Hohe Beliebtheitswerte für Kurz und Van der Bellen. Eine Online-Research-Agentur aus Baden entwickelte ein Tool, bei dem Politiker in Duellen bewertet werden können. Die besten Noten bekommen bei den Usern aktuell die beiden Männer an der Spitze des Staates: Bundeskanzler Sebastian Kurz und Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 20. März 2020 (15:47)
Fotos: Screenshot/marketagent (App) bzw. APA (Kurz)
Screenshot/marketagent (App) bzw. APA (Kurz)

Aufgrund der Corona-Krise stehen die Spitzen-Politiker des Landes gerade rund um die Uhr unter Beobachtung. Sie entscheiden Maßnahmen, die die Bürger vor Ansteckung und der weiteren Ausbreitung des Virus schützen sollen, die gleichzeitig aber auch massive Eingriffe in die Privatsphäre bedeuten. Viele Österreicher verfolgen daher gerade besonders akribisch in Zeitungen sowie im Fernsehen, welche Schritte die Spitzen des Staates setzen, welche Worte sie wählen und wie sie die Ausnahmesituation bewältigen. 

Screenshot/marketagent

Die Online-Research-Agentur marketagent mit Sitz in Baden entwickelte zur Bewertung der Politiker in dieser Krisensituation nun ein eigenes Tool. Beim "Promiduell" der App der Agentur treten jeweils zwei Entscheidungsträger gegeneinander an. Wer macht seine Sache besser, wer ist sympathischer? Diese Frage sollen die User beantworten. Intuitiv und spielerisch will die Agentur so kontinuierlich Beliebtheitswerte erheben, die erstmals auch lückenlose Zeitreihen und Trendanalysen über die Konsumenten- und Wählergunst ermöglichen sollen.

An der Spitze steht momentan Sebastian Kurz - nicht nur jener der Regierung, sondern auch an der des Rankings. Er kann sich in Punkto Sympathie zu 74 Prozent gegen seine politischen Mitstreiter behaupten. Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen präsentiert sich im Umgang mit der Corona-Krise in den Augen von Frau und Herrn Österreicher von einer sehr positiven Seite. Er liegt mit 72 Prozent knapp hinter dem Kanzler. „Diese Beliebtheitswerte sind ein starkes Signal der Bevölkerung, dass sie die Arbeit unserer Staatsspitze in der aktuellen Lage schätzen und ihr ein hohes Maß an Zufriedenheit entgegenbringen“, analysiert Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl.

NEOS-Politikerinnen auf Platz drei und vier

Den dritten und vierten Platz belegen, laut der App, zwei NEOS-Politikerinnen: Die pinke Partei-Vorsitzende Beate Meinl-Reisinger kommt auf 63,5 Prozent, dicht gefolgt von ihrer Partei-Kollegin Claudia Gamon mit 63,4 Prozent.  Komplett macht die Top 5 Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP). Sie entscheidet 60,4 Prozent der Duelle für sich.

Auf dem sechsten Platz landet Finanzminister Gernot Blümel von der ÖVP (58,7 Prozent), gefolgt von Vizekanzler Werner Kogler von den Grünen (57,2 Prozent). Danach kommen Gesundheitsminister Rudolf Anschober (56,5 Prozent) und Innenminister Karl Nehammer (56,2 Prozent; beide ÖVP). 

"Legen Stimmungsbild der Politiker offen"

Die PR- und Marketing-Verantwortliche Lisa Patek erklärt die Idee hinter der App, die seit der Vorwoche online erhältlich ist :  „Mit unserem neuen Tool legen wir das aktuelle Stimmungsbild der Österreicher offen. Dabei zeigt sich bei so manchen politischen Akteuren in Punkto Beliebtheit durchaus Luft nach oben.“ Aktuell seien das vor allem die Mitglieder rechtspopulistischer Parteien:  Norbert Hofer (37 Prozent), Heinz-Christian Strache (34 Prozent) und Herbert Kickl (29 Prozent) sind auf der Beliebtheitsskala aktuell sehr weit unten angesiedelt.

Die Werte werden, laut Patek, täglich aktualisiert. Die aktuellen Ergebnisse beziehen sich auf den Zeitraum von 12. bis 18. März. Durchgeführt wurden in dieser Zeit 46.000 Duelle.