Unis wollen ab Herbst wieder Studiengebühren. Mit dem am Donnerstag startenden Sommersemester ist der Uni-Besuch für alle Studenten erstmals seit der Einführung der Studiengebühren 2001 kostenlos. Der Verfassungsgerichtshof hob Teile der entsprechenden Regelung auf, die Regierung konnte sich nicht auf eine Neuregelung einigen. Ab Herbst soll aber laut dem Präsident der Universitätskonferenz, Heinrich Schmidinger, wieder kassiert werden.

Erstellt am 01. März 2012 (10:19)

Mit dem am Donnerstag startenden Sommersemester ist der Uni-Besuch für alle Studenten erstmals seit der Einführung der Studiengebühren 2001 kostenlos. Der Verfassungsgerichtshof hob Teile der entsprechenden Regelung auf, die Regierung konnte sich nicht auf eine Neuregelung einigen. Ab Herbst soll aber laut dem Präsident der Universitätskonferenz, Heinrich Schmidinger, wieder kassiert werden.

Nicht-EU-Bürger und Langzeitstudenten müssen dann wohl wieder zahlen. Eine einheitliche Lösung an allen 21 öffentlichen Unis hält Schmidinger für unrealistisch. "Ich glaube nicht, dass alle Studiengebühren einheben werden, manche aus Prinzip nicht - also aus politischen oder ideologischen Gründen - oder weil es bei ihnen wirtschaftlich nicht so eine massive Rolle spielt wie bei anderen. Aber ich gehe davon aus, dass ein Großteil der Universitäten Studiengebühren einheben wird", sagt Schmidinger gegenüber der APA.

Bisher haben die Unis Wien, Innsbruck, Salzburg und die Technische Uni Graz angekündigt, das zu tun. Am Mittwochabend ist mit der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien eine weitere große Uni dazugekommen. "Wenn der Staat nicht für ausreichende Finanzierung sorgt, dann müssen wir selbst Gebühren einheben", wurde Rektor Christoph Badelt am Mittwoch in der "Zeit im Bild" zitiert.

Die Unis planen, die Studiengebühren nach den vor der VfGH-Aufhebung gültigen Regeln einzuheben: Demnach müssen nur jene rund 15 Prozent der Studenten 363,36 Euro bezahlen, da es umfassende Ausnahmeregelungen, etwa für überwiegend berufstätige und zügig studierende Inskribierte gibt.

Durch das VfGH-Urteil fallen zwar mit 1. März jene Bestimmungen aus dem Gesetz, die festlegen, wann Studiengebühren zu zahlen sind und wann nicht. Wissenschaftsminister Töchterle hat die Unis allerdings unter Berufung auf ein Gutachten des Wiener Verfassungsjuristen Heinz Mayer aufgefordert, diese autonom in ihren Satzungen zu verankern.