Kickl bleibt dabei: "Recht soll Politik folgen". Die Rechtsstaats-Definition des Purkersdorfers sorgte im Jänner für Empörung und ist nun für die Online-Voter der Unspruch des Jahres. Der Ex-Innenminister lässt sich davon nicht beirren: "Dieser Satz stimmt nach wie vor", meint er auf NÖN-Nachfrage.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 05. Dezember 2019 (14:44)
Herbert Kickl
APA

"Ich glaube immer noch, dass der Grundsatz gilt, dass das Recht der Politik zu folgen hat, und nicht die Politik dem Recht": Mit diesem Sager sorgte der damalige Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) im Jänner für Empörung.

Nun wurde die Definition des Rechtsstaates des Purkersdorfers bei dem Ranking der Gesellschaft für Österreichisches Deutsch (GSÖD) und der APA - zumindest von den Online-Votern - zum Unspruch des Jahres gewählt. Knapp 2.400 der über 7.200 abgegebenen Stimmen verhalfen der Aussage auf den ersten Platz bei der Publikumswahl. 

Herbert Kickl hält an seiner Aussage fest: „Dieser Satz stimmt nach wie vor. Problematisch ist er aber offenbar nur, wenn er von jemandem aus einer rechten Partei gesagt wird", ist er überzeugt. Dafür, warum er aus seiner Sicht nach wie vor gelte, liefert Kickl auch gleich ein Beispiel: "Das sieht man ja derzeit beim Abschiebestopp für rechtskräftig negativ beschiedene Asylwerber in einer Lehre", meint er und spielt damit auf den gestern bei einem Gipfel mit Innenminister Wolfgang Peschorn von ÖVP, SPÖ, Neos und Grünen beschlossenen Kompromiss für Asylwerber-Lehrlinge an.

"Zack, Zack, Zack" verdrängte Kickl-Sager vom ersten Platz

Vom ersten Platz hat die Jury den Purkersdorfer Politiker mit seiner Aussage dann doch noch verbannt. Der "echte" Unspruch des Jahres kommt aber auch aus der FPÖ: Geworden ist es "zack, zack, zack" von Heinz-Christian Strache. Das landete beim Online-Voting zwar nur auf dem zweiten Platz, entwickelte sich aber zum geflügelten Wort und hat sich innerhalb kürzester Zeit in einer neuen Bedeutung stark im allgemeinen österreichischen Sprachgebrauch verbreitet, begründet die Jury.

Geschafft hat es Kickl mit einem zweiten Spruch übrigens öfter in das Ranking: Auch "Daham statt Islam!" (2006, Kickl) wurde etwa bereits zum Unspruch des Jahres gekürt. 

"Ibiza" ist Wort des Jahres, "b'soffene G'schicht" ist Unwort des Jahres

"Ibiza" ist das österreichische Wort des Jahres 2019. Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache lieferte mit "b'soffene G'schicht" das Unwort des Jahres. Zum heurigen Jugendwort wurde "brexiten" gewählt. Der Spruch des Jahres stammt vom Bundespräsidenten. "Nur Mut und etwas Zuversicht, wir kriegen das schon hin", appellierte Alexander Van der Bellen im Mai.