Agrarpaket soll den Bauern helfen. 2018 zahlt Land Kontrollkosten für AMA-Gütesiegel. Weniger Bürokratie bei Kontrollen.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 07. Juni 2017 (02:05)
Stephan Pernkopf will mit demNÖ-Agrarpaket die landwirtschaftlichen Familienbetriebe unterstützen.
NLK/Reinberger

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist in Niederösterreich in den letzten eineinhalb Jahrzehnten drastisch gesunken. Waren es 1999 noch knapp 55.000 Betriebe, sind es aktuell nur mehr gut 40.000.

Um vor allem die kleinen und mittleren bäuerlichen Familienbetriebe künftig zu stärken und die Landwirtschaft vielfältig zu erhalten, hat der für Agrar-Angelegenheiten zuständige Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) in der Vorwoche das NÖ-Agrarpaket 2017 präsentiert.

So will das Land ab dem kommenden Jahr sämtliche AMA-Kontrollkosten der Bauern (insgesamt 550.000 Euro jährlich) übernehmen. Damit soll bis Ende 2018 die Anzahl der Betriebe, die für das AMA-Gütesiegel produzieren, von aktuell 8.000 auf 10.000 angehoben werden. Das steigert die Qualität und soll auch Vielfalt und Innovationen erhalten. Darüber hinaus soll laut Pernkopf der „Kontrolltourismus auf den Höfen“ eingedämmt werden. In einer einzigen Kontrolldatenbank wird die AMA-Marketing künftig diese Daten bündeln und so Doppel-erhebungen vermeiden.

„Jedes Kind sollte einen Bauernhof besuchen“

Wichtig für die Wertschätzung der Landwirtschaft ist auch die Bewusstseinsbildung für die heimischen Lebensmittel „Deshalb sollte jedes Kind einmal auf einem Bauernhof gewesen sein“, so Pernkopfs Ziel. Mit dem Programm „Erlebnis Bauernhof“, bei dem schon 24.000 Kinder jährlich teilnehmen, will das Land dieses Vorhaben weiter vorantreiben.

Um Pflanzenöl anstelle von Diesel zu forcieren, wird die Förderung für Pflanzenöl-Traktoren von 1.500 auf 5.000 Euro angehoben. Mehr Unterstützung gibt es auch für unverschuldet in Not geratene Familienbetriebe. Die Notstandshilfe wird von 36.000 auf 50.000 Euro erhöht. Weiters wird es eine Güterweg-Offensive in NÖ geben. Und auch die Prämie für Landschaftselemente bei erschwerter Bewirtschaftung von Streuwiesen oder Bäumen wird um 1,2 Millionen Euro erhöht.

Ein großes Ziel von Pernkopf ist der österreichweit erste agrarische Hochschulstudiengang. Dazu fordert er eine rasche Ausschreibung vom Bund. Der Wieselburger rechnet sich nämlich gute Chancen aus, dass seine Heimat der Standort dafür werden könnte. Die dort ansässige Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt Francisco Josephinum hat mit der FH Wiener Neustadt bereits einen fertigen Lehrplan ausgearbeitet.