Biontech/Pfizer-Impfstoff wird in Niederösterreich knapp. Durch Empfehlung des Drittstiches schon nach vier bis sechs Monaten - und damit wesentlich früher als geplant - zeichnet sich beim beliebtesten Impfstoff ein Mangel ab. In großen Mengen wurde dieser erst für Jänner/Februar nachbestellt. Insgesamt stehen aber weiterhin genügend Vakzine zur Verfügung.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 25. November 2021 (11:52)
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Nach Wochen des Mangels folgten zuletzt Monate des Übermaßes: Es gab wesentlich mehr verfügbaren Impfstoff als Menschen, die sich impfen lassen wollten. Nun scheint sich die Situation wieder zu drehen. In Impfzentren und bei niedergelassenen Ärzten hieß es zuletzt immer wieder: "Biontech/Pfizer ist aus!"

Die NEOS kritisieren, dass Vakzine von Hausärzten in die Impfzentren „umgeleitet“ werden. Sie sprechen vom „Versagen des Impfstoffmanagements“.

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NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann und Hausarzt Ulrich Busch kritisieren das Impfstoff-Management.
NEOS NÖ

„Dass wir die benötigten und zugesagten Impfstoffe nicht bekommen, erschwert unsere Arbeit und vergrault impfwillige Personen“, zitieren die Pinken in einer Aussendung den Großkruter Allgemeinmediziner Ulrich Busch.

Bei Notruf NÖ, dem Impfkoordinator Niederösterreichs, wird hingegen betont, dass weiterhin für alle Impfwilligen genügend Impfstoff vorhanden sei. Man könne sich nur nicht aussuchen, welchen der beiden mRNA-Impfstoffe man bekomme - Biontech/Pfizer oder Moderna.

Betroffen vom Mangel ist Biontech/Pfizer – der beliebteste unter den Impfstoffen. Der Grund für die Knappheit liegt in der verkürzten Dauer bis zum dritten Stich, erklärt Notruf-NÖ-Sprecher Stefan Spielbichler.

Ursprünglich wurde der Booster allen außer Risikopatienten und Älteren neun bis zwölf Monate nach dem zweiten Stich empfohlen. Geht man davon aus, dass die meisten Menschen im Mai, Juni und Juli geimpft wurden, wäre der Großteil der Drittimpfungen also im Jänner und Februar angestanden. Für diesen Zeitraum habe der Bund auch den Impfstoff bestellt. Durch die geänderte Empfehlung des Drittstiches nach vier bis maximal sechs Monaten werden die Vakzine nun wesentlich früher benötigt. Die nächste Lieferung wird jedoch erst im Jänner erwartet.

Für Kinder, Junge oder Schwangere gibt es weiterhin ausreichend Biontech/Pfizer

Diejenigen, für die nur Biontech/Pfizer infrage kommt, werden diesen in Niederösterreich auch weiterhin bekommen. Das sind Menschen unter 30 Jahren, Schwangere, Stillende und Kinder. Durch die noch heute erwartete Freigabe der Impfung für 5- bis 12-Jährige dürfte es hier erneut zu höherer Nachfrage kommen. Spielbichler betont, dass auch die niedergelassenen Ärzte weiterhin für gebuchte Termine mit Biontech/Pfizer versorgt werden. „Außerdem können sie jederzeit Moderna nachbestellen.“