Donaubrücke: Länder einigten sich auf auf Standort. Ober- und Niederösterreich haben eine Einigung für den Neubau der Donaubrücke bei Mauthausen erzielt. Sie soll etwa 700 Meter flussabwärts der bestehenden Brücke errichtet werden. Je eine Fahrspur pro Fahrtrichtung sowie ein Radweg sollen zur besseren Verkehrslösung beitragen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 13. August 2020 (11:44)
Landesrat Ludwig Schleritzko, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptmann Thomas Stelzer und Landesrat Günther Steinkellner - hier auf einem Archivbild - einigten sich.
NLK/Burchhart

Die Bundesländer einigten sich bei der Errichtung einer neuen Donaubrücke bei Mauhtuasen auf die sogenannte Ostvariante. Im Vergleich zur ebenfalls untersuchten Variante eines Neubaus am Standort der derzeitigen Donaubrücke bringt dieselbe nach einer  Kosten-Nutzen-Analyse und einem Rechtsgutachten mehr Vorteile, erklärt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

Die Vorbereitungen für diese Entscheidungen seien intensiv aber gründlich gewesen, um schließlich die bestmögliche Lösung zu finden. Mikl-Leitner:  "Damit wird es uns gelingen, in diesem prosperierenden Raum zwischen Niederösterreich und Oberösterreich die Belastung für die Pendler zu minimieren und die wirtschaftliche und touristische Entwicklung voranzutreiben.“

Zwei Brücken für Entlastung

Auch ihr Amtskollege aus Oberösterreich, Thomas Stelzer,  betont die Vorzüge der geplanten Verkehrslösung: „Die Pendlerinnen und Pendler in der Region und vor allem auch die regionale Wirtschaft brauchen diese neue Donaubrücke mehr als dringend." Damit werde es zwischen  Ober- und Niederösterreich künftig zwei Donaubrücken geben, die zu einer Verkehrserleichterung führen. "Der Radweg auf der neuen Brücke ist darüber hinaus eine Bereicherung für die Region rund um den Donauradweg“, so Stelzer.

Mit der Entscheidung über den Standort, würden die Bemühungen um eine Verkehrsentlastung nun in die finale Etappe einbiegen, zeigt sich zudem NÖ Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) erfreut: „Zu Beginn stand die Umfahrung Pyburg-Wimpassing, die schon 80 Prozent des Verkehrs aus den Ortschaften herausholte. Mit dem lange geforderten zweiten Links-Abbieger Richtung Perg haben wir den Rückstau nach Niederösterreich schon deutlich reduziert. Mit dem Neubau setzen wir nun den vorläufigen Schlussstein in dieses Verkehrsprojekt, bevor dann die Sanierung der bestehenden Brücke ansteht.“

Und der oberösterreichische Landesrat für Infrastruktur, Günther Steinkellner, betont, die Wirtschaftsregion Mauthausen brauche dringend eine leistungsfähige Infrastrukturlösung. "Das Geld ist hierbei gut investiert, da die Bevölkerung als auch die Wirtschaftsregionen auf beiden Seiten der Donau mehr Lebensqualität, bessere und sicherere Anbindung erhalten und der Verkehr effizient entflechtet werden kann. Die Uhr tickt, weshalb der Fokus jetzt auf eine rasche UVP-Einreichung gesetzt werden muss“, so Steinkellner.

Anschluss Richtung Osten nicht durchführbar

Der Anschluss der neuen Donaubrücke soll über eine Verbreiterung der Umfahrung Pyburg-Windpassing im Westen erfolgen.  Anschlussmöglichkeiten in Richtung Osten haben sich laut der Beteiligten Politiker unter anderem auch aus verkehrstechnischen Gründen als nicht umsetzbar erwiesen.

Der Radweg auf der neuen Donaubrücke soll zusätzlich eine adäquate Radwegverbindung zwischen den beiden Bundesländern ermöglichen. Die geschätzten Gesamtkosten einschließlich einer Sanierung der bestehenden Donaubrücke Mauthausen betragen 137 Millionen Euro und werden zwischen den Bundesländern Ober- und Niederösterreich im Verhältnis 55 zu 45 Prozent aufgeteilt.

Der Verkehr, der bis 2035 auf rund 29.000 Fahrzeuge pro Tag anwachsen soll, wird sich entsprechend der Berechnungen je zur Hälfte auf die neue und die bestehende Brücke aufteilen.

Der weitere Zeitplan sieht nun die Erstellung der Unterlagen für die Einreichung zum Umweltverträglichkeitsprüfungs-Verfahren (UVP) bis zum Jahr 2021 vor. Materienverfahren und Grundeinlösungen werden bis zum Baubeginn 2024 durchgeführt. Eine Fertigstellung ist im Jahr 2027 vorgesehen. Die Verfahren werden in den beiden Bundesländern separat, jedoch in enger Abstimmung, auch mit der betroffenen Region und den Gemeinden, geführt, versichern die politischen Verantwortlichen.