St. Valentin

Erstellt am 07. November 2018, 12:38

von Martin Möser

St. Valentin sagt Plastik den Kampf an. 900.000 Tonnen Plastikmüll fallen jährlich in Österreich an, ein Drittel davon aus Verpackungen. Weltweit werden 400 Millionen Tonnen Plastik im Jahr verbraucht, Europa verbraucht 49 Millionen Tonnen, wovon etwa 40 Prozent für Verpackungen verwendet werden. Im Mostviertel will man dagegen vorgehen.

SPÖ NÖ Landesparteivorsitzender Landeshauptfrau Stellvertreter Franz Schnabl und Landesabgeordnete Kerstin Suchan-Mayr erklären wie  Plastikmüll vermeidet werden kann. Foto: SPÖ NÖ/Herbert Käfer  |  SPÖ NÖ/Herbert Käfer

„Kunststoffverpackungen sind für die Umwelt höchst problematisch. Die meisten Lebensmittelverpackungen sind nicht kreislauffähig und werden nur einmal verwendet. Zudem sind viele Einweg- und Lebensmittelkontaktmaterialen ein Gesundheitsrisiko für Konsumenten“, weiß Landeshauptfrau Stellvertreter Franz Schnabl.

„Deswegen ist der Vorstoß der EU zu begrüßen, für ein Verkaufsverbot von Einweg-Kunststoffartikeln aus Plastik wie etwa Teller, Besteck, Strohhalme, Haltestäbe für Luftballons oder Wattestäbchen zu stimmen“, so Schnabl.

Bis 2021 sollen diese Erzeugnisse in der EU vom Markt genommen werden, da sie über 70 Prozent der Abfälle im Meer ausmachen. Zudem soll bis 2025 die Verwendung von Produkten gefördert werden, die für Mehrfachnutzung geeignet sind und, wenn sie zu Abfällen geworden sind, zur Wiederverwendung und zum Recycling vorbereitet werden können.

Gesetzliche Maßnahmen werden gefordert

Schnabl setzt sich dafür ein, das Bewusstsein bei den Konsumenten zu sensibilisieren und konkrete Maßnahmen auf Gemeindeebene zu forcieren. Außerdem fordert Schnabl gesetzliche Maßnahmen: „Wir wollen ein Pfandsystem für PET-Flaschen ab 2019 nach deutschem Vorbild schaffen. Das würde einerseits die Sammelquote erhöhen, andererseits zur Ressourcenschonung beitragen.“

Vorzeigegemeinde in Sachen Umweltschutz und Plastikvermeidung ist die Gemeinde St. Valentin im Mostviertel. „Bei den aktuellen Klimakatastrophen gilt es besonders auf unseren ökologischen Fußabdruck zu achten. Ich bin froh, dass wir im St. Valentiner Gemeinderat diese Resolution zur Vermeidung von Einweg-Kunststoff einstimmig beschlossen haben“, erklärt die Bürgermeisterin, Landesabgeordnete Kerstin Suchan-Mayr.

Mehrweg statt Einweg

Ein erstellter Leitfaden soll die Richtung vorgeben – begonnen wird damit, dass Einweg-Plastik in der  Stadtgemeinde weggelassen wird. Auch soll ein Leitfaden erstellt werden, wie bei Veranstaltungen auf Plastik verzichtet werden kann. (z.B. Gläser statt Becher)

In weiterer Folge sollen auch die in St. Valentin angesiedelten Firmen mit ins Boot geholt Auch ein „Sackamt“ befindet sich gerade in der Aufbauphase und soll am 12. Dezember eröffnet werden – dieses soll nicht mehr benötigte Stofftaschen sammeln und den Konsumenten gereinigt wieder zur Verfügung stellen.

Außerdem gibt es ein Reparaturcafe, bei dem kaputte Dinge wieder instand gesetzt werden – dazu hat die Gemeinde St. Valentin eigene Papiersackerl produziert, die die Plastiksackerl verdrängen sollen, beim öffentlichen Wasserspender wurden die Plastik- von Papierbechern ersetzt. Gut angenommen wird auch ein Geschäft, in dem man verpackungsfrei einkaufen kann – hier wird auch Wert darauf gelegt, regionale und saisonale Produkte anzubieten

„Innovative Projekte wie dieses sind es, die uns langfristig nach vorne bringen. Nur durch Bewusstseinsbildung und aktive Maßnahmen können wir unser Land umweltpolitisch in eine positive Zukunft führen“, erklärt Schnabl.