Sorge um neuerlichen Anstieg der NÖ-Intensiv-Patienten

Experten rechnen damit, dass die Zahl der Covid-Erkrankten in den Spitälern trotz steigender Zahlen gering bleibt. Der Leiter der St. Pöltner Intensivstation, Christoph Hörmann, appelliert, die Situation "nicht auf die leichte Schulter zu nehmen". Er fürchtet, dass sich die Betten in den nächsten Wochen wieder füllen werden.

Lisa Röhrer
Lisa Röhrer Erstellt am 16. August 2021 | 08:48
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Die Corona-Zahlen steigen. Experten sind sich einig, dass sich die vierte Welle bereits aufbäumt. Das sei aber kein Grund zur Panik: Gerald Gartlehner, Epidemiologe der Donau-Uni Krems, hält etwa eine Überlastung der Intensivstationen für unwahrscheinlich, wie er am Donnerstag gegenüber Ö1 erklärte. Auch andere Experten sprechen von gravierenden Unterschieden zu den vorhergehenden Corona-Wellen. 

In den niederösterreichischen Spitälern ist man sich da nicht so sicher.

"Werden auch im Herbst wieder mehr zu tun haben"

"Man darf das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wir werden auch im Herbst wieder mehr zu tun haben", sagt Leiter der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin des Universitätsklinikums St. Pöltens, Christoph Hörmann. Er rechnet damit, dass mit der Zahl der Infizierten auch jene der Intensivpatienten wieder steigen wird. 

Momentan werden auf den Intensivstationen in Niederösterreich fünf Covid-Patienten betreut. Österreichweit sind es 51. Zum Vergleich: 50 Patienten sind aus Hörmanns Sicht für Niederösterreich leicht zu bewältigen, bei 100 werde es schwierig, ab 150 können neben Covid-Patienten nur noch Akutfälle intensivmedizinisch betreut werden.

Zum Höhepunkt der dritte Pandemie-Welle im Frühjahr 2021 gab es 132 Corona-Intensivpatienten in Niederösterreich. Einen ähnlichen Wert schließt Hörmann auch im kommenden Herbst nicht aus. "Es sind viel zu wenige geimpft", begründet er. 

Kein einziger Geimpfter auf NÖ-Intensivstation

Dass die Impfung wirkt, zeigen für Hörmann die Zahlen: "Momentan ist auf den NÖ-Intensivstationen kein einziger Geimpfter." Dass sich so wenige Personen impfen lassen, ist für den Intensivmediziner "zum Genieren" gegenüber allen Ländern, die das Privileg der Impfung nicht haben.