Vor der Haustür …. Wahlkampf / SPÖ-Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek setzt mehr auf Hausbesuche als auf Veranstaltungen. Ministerin will sie bleiben.

Erstellt am 29. August 2013 (07:00)
NOEN, Erich Marschik
Von Martin Gebhart

Während mancherorts der Wahlkampf erst dieser Tage in die Gänge kommt, war SPÖ-Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek bereits seit anfangs Juli unterwegs. Die Spitzenkandidaten der NÖ Landesliste hat auch ein ehrgeiziges Ziel: Haus- und Betriebsbesuche in allen Bezirken des Landes.

Dass eine Ministerin vor der Tür steht, ist für die meisten eine große Überraschung. Heinisch-Hosek: „Die Leute reagieren überrascht. Sie sagen, aha, sie sind das wirklich.“ Dass Thema, auf das sie dann am meisten angesprochen wird, ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Niederösterreich hat bei Frauen Aufholbedarf

Heinisch-Hosek: „Vor allem Frauen reden mich darauf an.“ Und hier hätte auch Niederösterreich einiges an Aufholbedarf. „Viele junge Mütter sagen mir, ich kann es nicht schaffen. Ich täte gerne ein paar Stunden mehr arbeiten, aber ich habe keine Kinderkrippe in der Nähe. Und wenn meine Tagesmutter krank ist, habe ich keinen Ersatz.“

Deswegen sollte sich die Landesregierung hier ernsthaft Gedanken machen, so Heinisch-Hosek. Kinderkrippen und Krabbelstuben sollten gratis angeboten, das Wissen über betriebliche Kinderbetreuung verstärkt und Tagesmütter sozialrechtlich ordentlich abgesichert werden.

Koalition: „Jede Kombination über zwei Parteien hinaus macht es schwieriger“

Natürlich ist bei der Frauenministerin auch die grundsätzliche Stellung der Frauen immer wieder ein Thema. Obwohl da in den vergangenen Jahren – Frauen in Aufsichtsräten, Papamonat etc. – einiges umgesetzt worden ist, gibt sich Heinisch-Hosek nicht zufrieden.

„Als Frauenministerin kann man erst dann zufrieden sein, wenn zwischen Männern und Frauen gleiche Verhältnisse herrschen, sowohl im Berufs- als auch im Privatleben.“ Deswegen sei auch in der kommenden Periode weiterhin ein Frauenministerium notwendig. Und Gabriele Heinisch-Hosek würde dafür auch zur Verfügung stehen: „Ich stehe wieder zur Verfügung, alles andere werden die Wahlergebnisse bringen.“

Übrigens: Sie ist keine Verfechterin einer Dreier-Koalition, etwa SPÖ, ÖVP, Grüne, wie immer ins Spiel gebracht wird: „Jede Kombination über zwei Parteien hinaus macht es schwieriger.“