Wiener Neustadt , St. Pölten

Erstellt am 13. August 2018, 17:00

von Walter Fahrnberger

Udo Landbauer bald FPÖ-Klubobmann?. Die Pläne einer Rückkehr von FPÖ-Politiker Udo Landbauer (32) in die Politik nach der „NS-Liederbuch-Affäre“ werden erstmals konkreter.

Steht Udo Landbauer vor Rückkehr in die Politik?  |  Erich Marschik

Im NÖN-Sommergespräch – zu lesen ab Dienstag in der NÖN-Landeszeitung – betonte FPÖ-Landesparteiobmann Walter Rosenkranz, dass Udo Landbauer bald die „Spitze des Landtagsklubs“ bilden könnte.

Was für Rosenkranz nicht zwangsläufig eine Ablöse des aktuellen Klubobmanns Martin Huber bedeuten muss: „Es gibt auch die Möglichkeit, mit einem Klubobmann und einem geschäftsführenden Klubobmann, wie das auch bei anderen Parteien im Nationalrat schon der Fall ist. Ich denke, dass Landbauer das auch zusteht“, so Rosenkranz, der den nach der Landtagswahl zurückgetretenen FPÖ-Spitzenkandidaten als „Ausnahmeerscheinung“ bezeichnet.

„An Landbauer klebt nichts. Es wird aus dem Verfahren nichts übrig bleiben“ Walter Rosenkranz

Voraussetzung für Rosenkranz ist, dass das Strafverfahren in der NS-Liedgut-Causa zur Gänze abgeschlossen ist. Das soll schon demnächst soweit sein. Bislang wurde in dem Fall von der Staatsanwaltschaft keine Anklage erhoben. Ermittelt wird gegen vier Beschuldigte. Udo Landbauer (32) zählt da aber nicht dazu. Er ist nur als Zeuge geführt. Landbauer hat zudem immer betont, von den NS-verherrlichenden Texten im Liederbuch seiner Burschenschaft Germania nichts gewusst zu haben. „An Landbauer klebt nichts.  Es wird aus dem Verfahren nichts übrig bleiben“, ist Rosenkranz, im Zivilberuf selbst Jurist, sicher.

Walter Rosenkranz im NÖN-Sommergespräch mit den Chefredakteuren Walter Fahrnberger und Daniel Lohninger.  |  Franz Gleiß

Für Walter Rosenkranz ist es nur logisch, dass Landbauer in die Landespolitik zurückkehrt, nachdem er Spitzenkandidat für die Landtagswahl war. Für den Landesparteichef der FPÖ wäre sogar ein Platz in der Landesregierung für Landbauer denkbar. Doch dagegen spricht das Veto der Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), die angekündigt hatte, dass sie Landbauer kein Ressort geben würde.

Landbauer hatte bei der Landtagswahl am 28. Jänner dieses Jahres die zweitmeisten Vorzugsstimmen hinter Landeshauptfrau Mikl-Leitner erhalten. Die FPÖ legte um über sechs Prozent auf knapp 15 Prozent zu. Die Affäre um ein Liederbuch der Wiener Neustädter Burschenschaft "Germania" mit antisemitischen Texten wurde wenige Tage vor der Wahl bekannt. FPÖ-Spitzenkandidat Udo Landbauer, ein Mitglied der "Germania“, trat danach zurück. Für die FPÖ übernahm Gottfried Waldhäusl den Sitz in der Landesregierung.

Mehr zur Causa und das NÖN-Sommergespräch mit FPÖ-Landesparteiobmann Walter Rosenkranz lesen Sie ab Dienstag in der NÖN-Landeszeitung.