Längere Bahnsteige für längere REX-Züge. NÖ rechnet Wien vor: Ausbau von vier Bahnsteigen auf S-Bahn-Stammstrecke könnte 40.000 Zugplätze pro Tag bringen.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 12. Juni 2018 (02:23)
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Beim Lokalaugenschein an derS-Bahn-Haltestelle am Handelskai:Ludwig Schleritzko (links) und Werner Pracherstorfer.

Das Land NÖ investiert heute doppelt so viel wie vor fünf Jahren in den öffentlichen Verkehr. Die Züge ab und bis Wien sind aber dennoch gerade zu den Stoßzeiten überfüllt. Das Problem: Gerade in diesen Zeiten sind die Wiener Bahntrassen bereits voll, es gibt kaum Spielraum für zusätzliche Züge.

Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko und Landesverkehrsplaner Werner Pracherstorfer preschen jetzt mit einer Idee vor: Mit der Verlängerung von nur vier Bahnsteigen auf der Wiener S-Bahn-Stammstrecke könnten pro Tag zusätzliche 40.000 Sitzplätze in REX-Zügen geschaffen werden. Auf der gesamten Süd-Nord-Achse könnten dann längere Züge halten. „Das würde die Südbahn-Überfüllung zwischen Wien und Baden sowie Wr. Neustadt kurzfristig lösen“, erklärt Schleritzko. Gefordert sieht er die Stadt Wien. Die solle endlich die eigenen Hausaufgaben erfüllen, damit Pendler überhaupt öffentlich nach Wien kommen könnten. Man werde sich den Vorschlag anschauen, heißt es dazu aus dem Büro von Wiens Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou.

Die Bahnsteig-Verlängerung ist aber nur ein Vorschlag aus einem ganzen Maßnahmen-Paket. Ebenfalls rasch umsetzbar wäre die Aufwertung der Inneren Aspangbahn zur Anschlussstrecke des südlichen Wiener Umlandes an das U-Bahn-Netz: Dafür notwendig wäre nur die Errichtung einer Bahnhaltestelle in Oberlaa. Auch hier sieht Schleritzko die Stadt Wien gefordert, das Land NÖ stünde aber als Finanzierungspartner zur Verfügung.

Neue S-Bahn-Strecke und U-Bahn-Ausbau?

Neben diesen kurzfristigen Maßnahmen hält Niederösterreich aber auch an zwei Projekten mit einem Umsetzungszeitraum von 20 bis 25 Jahren fest – dem Bau einer neuen Wiener S-Bahn-Stammstrecke sowie dem U-Bahn-Ausbau ins Wiener Umland. Hier will Schleritzko im Herbst konkrete Pläne vorlegen.