Erzbischof Lackner als Visitator in Gurk eingesetzt. Nachdem die Vorwürfe gegen den nunmehrigen St. Pöltner Diözesanbischof Alois Schwarz aus seiner ehemaligen Diözese Gurk-Klagenfurt am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz verstärkt wurden, hat der Vatikan nun regiert.

Von Walter Fahrnberger und Redaktion, APA. Erstellt am 20. Dezember 2018 (16:04)
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Bischof Schwarz

Wie die  Salzburger Erzdiözese am Donnerstag bekanntgab, wurde Erzbischof Franz Lackner von Papst Franziskus zum Apostolischen Visitator für die Diözese Gurk ernannt. In dieser Funktion soll Lackner im Auftrag des Papstes für eine „transparente Klärung“ der Vorwürfe sorgen. Zuletzt war eine solche Maßnahme in Österreich 2004 als Reaktion auf Ausschweifungen im Priesterseminar in St. Pölten notwendig geworden.

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Franz Lackner (Erzbischof von Salzburg) ist am Donnerstag von Papst Franziskus zum Apostolischen Visitator für die Diözese Gurk-Klagenfurt ernannt worden. Foto: APA/Barbara Gindl

"Eine Unruhe, die die Diözese Gurk-Klagenfurt seit Jahren erfasst hat, ist mit der Sedisvakanz aufgebrochen", gab Lackner laut "Kathpress" am Donnerstag in einer Erklärung der Erzdiözese Salzburg bekannt. Im Zentrum stehe dabei "die Sorge für den Glauben des Volkes Gottes und die Wiederherstellung des Vertrauens in seine Hirten".

In einer ersten Reaktion begrüßte Kardinal Christoph Schönborn die angeordnete Visitation. Er sei dankbar, dass Rom sehr rasch und klar eine Entscheidung getroffen habe, erklärte Schönborn. Der Salzburger Erzbischof werde nun als päpstlicher Beauftragter die gegen Bischof Alois Schwarz erhobenen Vorwürfe prüfen und sich die aktuellen Vorgänge in der katholischen Kirche in Kärnten genau ansehen.

Wenn gegen einen Bischof Vorwürfe vorliegen, sei der Vatikan die zuständige Instanz, um dies zu prüfen. Franz Lackner sei zudem von Rom "trefflich gewählt", sei dieser doch als Metropolit der Salzburger Kirchenprovinz, zu der auch die Diözese Gurk-Klagenfurt gehört, von der Kirchenordnung her der "nächst Übergeordnete". Lackner will bei der Visitation „viel zuhören, hinschauen, sich ein Urteil bilden und dann nach Rom berichten". So könne es auf einem "geordneten Weg" zu einer Klärung kommen.

Ein "Apostolischer Visitator" ist ein Beauftragter des Papstes, der in einer Diözese oder einem anderen kirchlichen Bereich als eine Art Kontrolleur mit umfassenden Befugnissen agiert. Die Untersuchten sind laut Kirchenrecht verpflichtet, "vertrauensvoll mit dem Visitator zusammenarbeiten, indem sie auf rechtmäßiges Befragen wahrheitsgemäß" zu antworten haben.