Schwechater sind wieder die Wahl-Muffel. Die Wahlbeteiligung ist im Vergleich zur Gemeinderatswahl 2015 minimal gesunken. Im Landesschnitt lag sie bei 65,64 Prozent. Die meisten Stimmberechtigten schritten in St. Georgen am Reith (Bezirk Amstetten) an die Wahlurnen, die wenigsten - wie schon vor fünf Jahren - in Schwechat.

Von Lisa Röhrer. Update am 28. Januar 2020 (10:23)
APA (Neubauer)

Vor der Wahl appellierten viele Politiker noch an die Wähler, von ihrem Recht Gebrauch zu machen und bei der Gemeinderatswahl ihre Stimme abzugeben. Die Landes-ÖVP erstellte sogar Videos mit personifzierbaren Wahlempfehlungen der Landeshauptfrau, um möglichst viele Niederösterreicher dazu zu motivieren, zum Votum zu gehen. Die erhoffte Steigerung der Wahlbeteiligung blieb aber aus. Ziemlich genau zwei Drittel der stimmberechtigten Niederösterreicher schritten diesmal an die Wahlurnen. Die Wahlbeteiligung lag im Landesschnitt bei 65,64 Prozent und damit knapp unter 2015. Damals nutzten 65,83 Prozent der Stimmberechtigten ihr Recht.

Auffallend sind die großen lokalen Unterschiede. In einigen Gemeinden gingen sogar über 90 Prozent der Stimmberechtigten zum Votum. Spitzenreiter ist St. Georgen am Reith (Bezirk Amstetten). 481 von 520 Bürgern, also 92,5 Prozent, machten dort von ihrem demokratischen Recht Gebrauch. Mehr als 90 Prozent waren es auch in Hirschbach im Bezirk Gmünd (91,99 Prozent), in Dorfstetten im Bezirk Melk (91,5 Prozent) oder der Gemeinde mit den wenigsten Wahlberechtigten, Großhofen (90,63 Prozent), sowie Andlersdorf (90,28 Prozent), beide im Bezirk Gänserndorf.

Schlusslicht bei der Wahlbeteiligung war wie auch schon vor fünf Jahren Schwechat (Bezirk Bruck an der Leitha). Hier wurde die 50-Prozent-Marke diesmal noch deutlicher unterschritten. Ihre Stimme gaben 42,59 Prozent der Wahlberechtigten ab, vor fünf Jahren waren es 48,94 Prozent. Unterschritten wurde dieser Wert vor fünf Jahren nur in Mödling – mit 48,68 Prozent. Dort hat sich die Wahlbeteiligung diesmal aber etwas verbessert: Sie lag bei 51,61 Prozent.

Ebenfalls als Wahl-Muffel outeten sich die Hainburger (Bezirk Bruck an der Leitha). Hier lag die Wahlbeteiligung bei 45,17 Prozent. In Strasshof an der Nordbahn (Bezirk Gänserndorf) wählten nur 48,79 Prozent aller Stimmberechtigten.

Ebner: „Alles daran setzen, Wahlbeteiligung hoch zu halten“

Wie wichtig eine hohe Wahlbeteiligung ist, betont ÖVP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner: „Klar ist, umso höher die Wahlbeteiligung ist, umso besser ist das für jede demokratische Entscheidung. Wir sollten deshalb alles daran setzen, um die Wahlbeteiligung zu heben und hoch zu halten.“

Dass die Wähler nach den vielen Urnengängen in den vergangenen Monaten einfach zu viel hatten, könnte für SPÖ-Landesgeschäftsführer Wolfgang Kocevar eine Erklärung dafür sein, dass die Wahlbeteiligung nicht höher war: „Bei der Wahlbeteiligung gibt es von Gemeinde zu Gemeinde massive Unterschiede, gesamt gesehen unterscheidet sie sich aber nicht von der im Jahr 2015. Demokratiepolitisch würden wir uns natürlich wünschen, dass die Wahlbeteiligung eine höhere wäre. Möglicherweise waren die Bürger durch die EU- oder Nationalratswahlen auch etwas wahlmüde geworden.“

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