Erstellt am 30. September 2013, 09:59

Wahlkreis-Ergebnisse im Detail. Erfahren Sie hier alles Wissenswerte über die jeweiligen Ergebnisse in den sieben niederösterreichischen Regional-Wahlkreisen.

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Wahlkreis 3A/Weinviertel: SPÖ verliert ihr zweites Mandat 

Bittere Pille für Hubert Kuzdas (SPÖ), ÖVP hält beide Mandate, FPÖ-Plus.

Von Christoph Reiterer
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Verhalten war die Freude bei den Sozialdemokraten, dass die SPÖ bundesweit die Nummer eins geblieben ist. Schon bei der letzten Wahl hing das zweite Mandat (von Hubert Kuzdas, Bezirk Mistelbach) am seidenen Faden, nach den neuerlichen Verlusten bei dieser Wahl ist es nun gefallen.

Kuzdas, Nummer zwei hinter Rudolf Plessl (Bezirk Gänserndorf), ist wohl raus. Theoretisch besteht noch die Chance auf ein „Nachrückmandat“. Aber: „Ich glaube nicht, dass es reicht.“

ÖVP und FPÖ im Weinviertel stark

Über eine starke Performance im Weinviertel jubelte hingegen die ÖVP. Jung-Nationalrätin Eva Himmelbauer (26, Bezirk Hollabrunn) war den Tränen nahe, als sich am Sonntagabend ihr großartiges Vorzugsstimmenergebnis abzeichnete. Sie wird gemeinsam mit Spitzenkandidat Hermann Schultes im Hohen Haus bleiben. ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm (Bezirk Korneuburg) wird wohl über Landes- oder Bundesliste ihr Parlamentsmandat halten.

Die FPÖ legte im Weinviertel leicht zu, Spitzenkandidatin Barbara Rosenkranz zieht in den Nationalrat ein. „Ich freue mich und bin motiviert. HC Strache war ein wunderbares Zugpferd.“ Hält Christian Lausch (Bezirk Hollabrunn) sein Mandat über die Landesliste – und danach sieht es aus –, wird die FPÖ im Weinviertel künftig über zwei Parlamentarier verfügen.

Grünen-Spitzenkandidatin Margot Linke (Gänserndorf) zeigte sich zufrieden.

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Wahlkreis 3B/Waldviertel: Drei neue Parlamentarier

Konrad Antoni (SPÖ), Martina Diesner-Wais und Angela Fichtinger (beide ÖVP) schafften den Sprung in den Nationalrat. FPÖ und Grüne konnten gewinnen.

Von Hannes Ramharter
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Die politischen Verhältnisse im Waldviertel sind ziemlich stabil: SPÖ und ÖVP gemeinsam haben trotz Verlusten deutlich mehr als 60 Prozent.

Durch diese Stabilität ergibt sich auch, dass es im Wahlkreis weiterhin drei Grundmandate geben wird, von denen zwei an die ÖVP und eines an die SPÖ gehen werden.

Neue Abgeordneten-Gesichter

Keinesfalls stabil zeigt sich die Situation, was die Abgeordneten der Region betrifft – da wird alles neu. Ewald Sacher (SPÖ) kandidierte nicht mehr an wählbarer Stelle, Günter Stummvoll (ÖVP) trat nach vielen Jahrzehnten im Parlament nicht mehr an, Erwin Hornek (ÖVP) verfehlte die für seine Kandidatur notwendige Zweidrittelmehrheit um eine Stimme.

Für die SPÖ wird der in Schrems wohnhafte Konrad Antoni in den Nationalrat einziehen – Antoni war bis zur letzten Wahl im NÖ Landtag. Spannend war das Rennen bei der ÖVP aufgrund der Vorzugsstimmenregelung. Damit dürften Stadträtin Martina Diesner-Wais aus Schrems und die Traunsteiner Bürgermeisterin Angela Fichtinger zum ersten Mal den Sprung in den Nationalrat schaffen. Diesner-Wais dürfte es dank der Vorzugsstimmen vom dritten auf den ersten Platz geschafft haben.

Deutliche Gewinner waren die FPÖ und die Grünen. Die restlichen Parteien blieben unter fünf Prozent.

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Wahlkreis 3A/Weinviertel

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Wahlkreis 3C/Mostviertel: ÖVP hält beide Mandate

Trotz Verlusten werden „Stimmenkaiser“ Georg Strasser (Bezirk Melk) und
Andreas Hanger (Bezirk Amstetten) ins Parlament einziehen. SPÖ verliert. FPÖ gewinnt leicht.


Von Walter Fahrnberger

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Es war die große Frage bei der Nationalratswahl aus Mostviertler Sicht: Schafft die ÖVP es erneut, zwei Mandatare aus dem Wahlkreis direkt ins Parlament zu schicken? Und diese Frage kann trotz leichter Verluste der Volkspartei mit „Ja“ beantwortet werden.

Das heißt: Sowohl der Nöchlinger Bürgermeister Georg Strasser vom Bauernbund als auch der Ybbsitzer Andreas Hanger (ÖAAB) werden als Abgeordnete ins Parlament einziehen. Die beiden ersetzen die bisherigen Nationalratsabgeordneten Karl Donabauer und Günter Kössl, die nicht mehr zur Wahl angetreten waren.

Georg Strasser hatte darüber hinaus allen Grund zum Jubeln. Mit mehr als 7.000 Vorzugsstimmen gewann er das parteiinterne Rennen gegen Andreas Hanger ganz klar. Außerdem schaffte er in seiner Heimatgemeinde Nöchling (Bezirk Melk) mit einem Plus von 18,93 % das Top-Ergebnis für die ÖVP. Das tröstet die Vertreter der Volkspartei vielleicht darüber hinweg, dass sie in den Städten wie Amstetten oder Ybbs erstmals von der FPÖ überholt wurden.

Größere Verluste bei SPÖ

Mit einem Minus von 1,7 Prozentpunkten musste die SPÖ im Wahlkreis 3C größere Verluste als die ÖVP hinnehmen. Spitzenkandidatin Ulrike Königsberger-Ludwig aus Amstetten konnte erneut mit einem Direktmandat ihren Sitz im Nationalrat behaupten: „Wenn man vor dem Ergebnis ein Minus stehen hat, ist das nie erfreulich. Dennoch sind wir im Bund die Ersten und haben daher keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken“, betont die SPÖ-Politikerin.

Im Vergleich zum Bundestrend hat die FPÖ im Mostviertel nur leichte Zugewinne zu verzeichnen. In der FPÖ-Hochburg Blindenmarkt fiel das Minus mit 8,22 Prozentpunkten sogar sehr deutlich aus. Die Gemeinde von Landtagsabgeordnetem Martin Huber erreichte aber dennoch beachtliche 27,33 Prozent.

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Wahlkreis 3D/NÖ-Mitte: 37,5 Prozent für SPÖ in St. Pölten

Alle drei Abgeordneten hielten ihr Mandat. FPÖ-Hafenecker im Nationalrat.

Von Daniel Lohninger

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Der St. Pöltner Anton Heinzl und der Böheimkirchner Johann Hell für die SPÖ, der Sieghartskirchner Johann Höfinger für die ÖVP. Das werden auch künftig die Nationalrats-Abgeordneten des NÖ-Zentralraums sein. Eine Zitterpartie wurde es für den Kaumberger Christian Hafenecker: Am späteren Wahlabend war es aber Gewissheit, dass er ein Grundmandat holt – und in den Nationalrat einziehen wird. „,Ich bin überwältigt, dass wir zum zweiten Mal in der Geschichte ein Grundmandat geschafft haben“, so Hafenecker. Am Wahltag ungewiss war noch, ob Frank-Spitzenkandidat Leopold Obermaier ins Parlament kommt.

„Die Regierung Faymann hat enorm viel für den NÖ-Zentralraum geleistet. Schade, dass das von den Wählern nicht ausreichend honoriert wurde“, bedauert Heinzl. Seine Hoffnungen ruhen jetzt auf einer Neuauflage der Großen Koalition. Andernfalls sehe er für den NÖ-Zentralraum schwarz.

ÖVP-Spitzenkandidat Johann Höfinger zeigt sich mit dem Ergebnis nicht unzufrieden, auch wenn er in seiner Heimatgemeinde 4,9 Prozent verlor: „Das ist eine Folge des Bundestrends. Wenn sehr viele kleine Gruppierungen antreten, knabbern die immer am Ergebnis der Großparteien.“ Das Wahlkreis-Ergebnis sieht er als Bestätigung seiner bisherigen Arbeit: „Ich war viel bei den Menschen.“

Landeshauptstadt bleibt tiefrot

In der Landeshauptstadt konnte die SPÖ ihren klaren Vorsprung verteidigen und hält bei 37,5 Prozent. „Ein passables Ergebnis“, so Bürgermeister Matthias Stadler. Die ÖVP fiel in St. Pölten unter die 20-Prozent-Marke, und auch die FPÖ blieb hinter den Erwartungen – ihr Stimmenanteil sank auf 18,7 Prozent. Ein respektables Ergebnis gab’s für die Grünen: Sie kamen auf 10,9 Prozent.

Herausragend die NEOS in Michelbach im Bezirk St. Pölten: Sie kamen mit dem Böheimkirchner Wolfgang Grabensteiner auf 8,7 Prozent.

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Wahlkreis 3E/NÖ-Süd: FPÖ jubelt über Zugewinne

Freiheitliche legen im Wahlkreis zu, ÖVP und SPÖ verlieren leicht.

Von Josef Kleinrath

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Im Wahlkreis NÖ Süd jubelt vor allem die FPÖ. Sie übernimmt in zahlreichen Gemeinden den zweiten Platz, in Wiener Neustadt liegt sie in einigen Sprengeln sogar auf Platz 1 und distanziert die Volkspartei um fast acht Prozent.

Wermutstropfen für die FPÖ: In der Bezirkshauptstadt Neunkirchen mussten die Blauen einen leichten Verlust hinnehmen, während die ÖVP dort zulegen konnte. FPÖ-Spitzenkandidat Udo Landbauer darf jetzt sogar auf ein Nationalratsmandat hoffen.

Für die SPÖ muss Nationalratsabgeordneter Peter Wittmann zwar leichte Verluste einstecken, sein Mandat im Nationalrat ist aber weiterhin gesichert, ebenso kommt Hans Hechtl aus Neunkirchen wieder in den Nationalrat – trotz der Stimmenverluste im Wahlkreis.

Leichte Verluste bei ÖVP

Die Situation bei der ÖVP: Leichte Verluste auch im Wahlkreis, das Mandat ist jedenfalls abgesichert. Die Vorzugsstimmen waren noch nicht ausgezählt, allerdings dürfte sich Rädler parteiintern doch durchgesetzt haben, wie erste Ergebnisse zeigen.

Höchst zufrieden ist die Grüne Nationalratsabgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill, sie kommt wieder ins Parlament: „In Wiener Neustadt haben wir die 10 % Hürde geknackt, was mich persönlich sehr freut und dankbar macht. Das historisch beste Ergebnis für die Grünen war mein persönliches Ziel in meiner Heimatgemeinde.“

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Wahlkreis 3F/Wien Umgebung: NEOS - „Erneuerung ab morgen“

Neben Quereinsteigern jubelt auch die FPÖ über das Ergebnis.

Von Christoph Dworak
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FPÖ-Landesparteiobmann, Nationalrat und Wahlkreisspitzenkandidat Christian Höbart aus Guntramsdorf (Bezirk Mödling) hält das Ergebnis für „bravourös. Unser unglaublich intensiver Einsatz hat sich ausgezahlt“.

Ministerin und SPÖ-Landesspitzenkandidatin Gabriele Heinisch-Hosek, Guntramsdorf, freut sich „in diesen schwierigen Zeiten über Platz 1“. SPÖ-Wahlkreisspitzenkandidat Hannes Weninger aus Gießhübl (Bezirk Mödling) ist entsetzt: „Das Nichtumsetzen von Reformen hat der gesamten Regierung geschadet. Die ÖVP hat uns mit runtergezogen.“

Politik braucht frischen Wind

ÖVP-Bundesspitzenkandidat Vizekanzler Michael Spindelegger aus Hinterbrühl (Bezirk Mödling) spricht von „einem Denkzettel. Österreich braucht einen Veränderungsschub“. ÖVP-Wahlkreisspitzenkandidat Nationalrat Hannes Schmuckenschlager aus Klosterneuburg stimmt dem zu: „Das starke Abschneiden der NEOS zeigt, dass man sich frischen Schwung in der Politik wünscht.“

Der Wiener Neudorfer (Bezirk Mödling) Robert Lugar, Landes- und Wahlkreisspitzenkandidat des Teams Stronach, will „Werte ins Parlament tragen“. NEOS-Wahlkreisspitzenkandidat Michael Schuster aus Brunn am Gebirge (Bezirk Mödling) kann’s kaum fassen: „Unser Angebot wurde sehr gut angenommen. Morgen geht’s los mit der Erneuerung Österreichs.“

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Wahlkreis 3G/NÖ-Süd-Ost: Fünf Mandatare

Pendl (SP) und Herbert (FP) im Parlament. Drei weitere Nationalräte.

Von Stefan Jedlicka
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Fünf Nationalräte werden den Wahlkreis Süd-Ost in den kommenden fünf Jahren im Parlament vertreten. Neben Otto Pendl (SP), der sein Grundmandat verteidigen konnte, sind dies der Badener Andreas Zakostelsky als Nummer 6 der Bundesliste der ÖVP, Grünen-Landesspitzenkandidat Dieter Brosz aus Trumau und Eva Mückstein aus Bad Vöslau (Dritte der Landesliste) sowie Werner Herbert aus Enzersdorf an der Fischa für die FPÖ. Nicht gereicht hat es für Frank Stronachs Medienmanager Tillmann Fuchs aus Oberwaltersdorf – trotz Platz zwei auf der Landesliste.

Jeitler-Cincelli hofft auf freien Nationalratssitz

VP-Spitzenkandidatin Carmen Jeitler-Cincelli konnte trotz intensiven Wahlkampfs kein Grundmandat im Wahlkreis erringen. Aber immerhin ein beachtliches Vorzugsstimmen-Ergebnis, das sie zur klaren Nummer 1 der Volkspartei machte. Sie darf nun noch hoffen, über die Landesliste den Sprung in den Nationalrat zu schaffen. „Egal wie es ausgegangen ist, es macht so unglaublich viel Spaß zu sehen, dass die Leute eine Veränderung wollen“, zeigte sich Jeitler-Cincelli am Wahlabend nicht unzufrieden.

Otto Pendl gab sich selbstkritisch: „Einerseits freue ich mich natürlich, dass wir stimmungsstärkste Partei geworden sind, andererseits ist das Minus alles andere als erfreulich.“ Werner Herbert strahlte: „Das ist auch eine gute Ausgangslage für die Gemeinderatswahl 2015, weil wir in einigen Gemeinden Zweiter geworden sind.“
Seinen Sitz im Parlament verloren hat Ernest Windholz aus Bad Deutsch Altenburg (BZÖ).

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