Weiterhin kein grüner Zweig beim Lehrerdienstrecht. Keine Antworten gibt es vorerst von Finanzministerin Fekter und Wissenschaftsminister Töchterle auf den Fragenkatalog der SPÖ zum jüngst vorgestellten ÖVP-Modell für ein neues Lehrerdienstrecht. Die ÖVP wolle weiterhin "den sozialpartnerschaftlichen Weg" gehen und die Lehrergewerkschaft für ihr Alternativmodell gewinnen. Bildungsministerin Schmied erteilt dem ÖVP-Vorschlag eine Absage.

Erstellt am 07. Juni 2013 (18:12)

"Seriöse Verhandlungen führt man nicht über die Medien, sondern partnerschaftlich am Verhandlungstisch - miteinander und nicht gegeneinander", hieß es in Richtung SPÖ. Töchterle und Fekter stünden jedenfalls "jederzeit für persönliche seriöse Gespräche zur Verfügung".

Kritik an dem ÖVP-Vorschlag kam von Bildungsministerin Schmied. Dass dieser weiterhin eine unterschiedliche Entlohnung für Pflichtschullehrer und Lehrer an Höheren Schulen vorgesehen ist, "widerspricht komplett meinem Ansatz", sagte sie gegenüber den "Oberösterreichischen Nachrichten".

Paul Kimberger, Chefverhandler der Lehrergewerkschaft in Sachen Dienstrecht, reagierte unterdessen empört darauf, dass Grünen-Bildungssprecher Walser eine 30-stündige Anwesenheitspflicht für Lehrer gefordert hat. Offensichtlich sei die von der Regierung vorgeschlagene Anhebung der Unterrichtsverpflichtung von 20 bis 22 auf 24 Stunden nicht schlimm genug, meinte Kimberger.

Einen falschen Fokus sieht ÖVP-Wissenschaftssprecherin Cortolezis-Schlager bei der Diskussion um das Lehrerdienstrecht. Statt einer großen Reform müsse man sich primär um Angebote für die in den nächsten Jahren mit dem Studium fertig werdenden Junglehrer kümmern, die noch nicht unter die neue Lehrerausbildung fallen und sich dementsprechend parallel zum Berufseinstieg nachqualifizieren müssen.

Die neue Lehrerausbildung soll in der kommenden Woche im Nationalrat beschlossen werden. Die ersten komplett nach dem neuen System ausgebildeten Pädagogen werden aber erst frühestens 2018/19 mit dem Studium fertig sein.