Virtuelles Museum zeigt den Kampf der Frauen. Zum 110-jährigen Jubiläum des Weltfrauentages eröffnete in Niederösterreich heute eine neue Ausstellung. Zu sehen ist dort die Geschichte der Frauenrechte. Außerdem werden herausragende Frauen und ihre Errungenschaften vor den Vorhang geholt.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 04. März 2021 (12:26)
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Philipp Monihart

"Geliebte Tradition ist das keine. Es wäre mir lieber, wenn wir diesen Tag heute nicht mehr bräuchten", sagt Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP). Sie spricht damit den Weltfrauentag an, der heuer sein 110-jähriges Jubiläum feiert. 

Um den Kampf für gleiche Rechte und die Errungenschaften von Frauen sichtbar zu machen, eröffnete das Land heute eine neue virtuelle Ausstellung. Unter www.frauentag-noe.at kann man durch verschiedene Räume spazieren und bekommt einen Einblick in die Geschichte der Frauenrechte.

Ein Ausflug durch die Geschichte der Frauenrechte und zu den großen Errungenschaften von Frauen ist unter www.frauentag-noe.at möglich.
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Klickt man sich durch das virtuelle Museum, erfährt man etwa die Geschichte von der 1809 geborenen Leopoldine Blahetka, die bereits mit elf Jahren zu komponieren begann, an die sich heute aber kaum jemand erinnert. Oder die Geschichte von Olympe de Gouges, einer der ersten Frauenrechtlerinnen. Außerdem sieht man Karikaturen, die zeigen, wie Männer gegen ein Wahlrecht für Frauen kämpften, und erfährt, wie viele Frauen heute Firmen leiten. 

Gedacht ist die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Nationalbibliothek erstellt worden ist, vor allem für Jugendliche. Auch in Schulen soll künftig damit gearbeitet werden, erklärte Projektleiterin und Historikerin Margarete Kowall. 

"Frauen sollen Angst vor Politik verlieren"

Forderungen stellt Teschl-Hofmeister 110 Jahre nach der Gründung des Frauentages, bei dem vor allem die Einführung des Wahlrechtes gefordert wurde, noch einige. Frauen sollen die Angst vor der Politik verlieren. Denn noch immer ist diese Hälfte der Bevölkerung dort stark unterrepräsentiert: Im Nationalrat liegt der Frauenanteil bei 40 Prozent, im Landtag bei 27, an der Spitze der Kommunalpolitik nur bei 13 Prozent.

 Gleichzeitig will sich die Landesrätin für den Ausbau der Kleinkindbetreuung einsetzen und spricht sich für "Pensionssplitting" aus. Außerdem kommen neue Herausforderungen zu. Ein Beispiel ist für Teschl-Hofmeister die Online-Welt. In der sind Frauen stärker von Mobbing oder Anfeindungen betroffen. 

http://www.frauentag-noe.at