Wie lautet Lehrer-Formel?. Lehrerdienstrecht / Weiterhin verlaufen die Gespräche zum neuen Dienst- und Besoldungsrecht stockend. Lebensverdienst, Einstiegsgehälter und Arbeitszeitmodelle machen Kopfzerbrechen.

Erstellt am 17. März 2013 (14:38)
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Von Tina Wessig

Seit fast einem Jahr wird verhandelt, aber Lösung scheint (noch) keine absehbar: Das zu reformierende Lehrerdienst- und Besoldungsrecht ist weiterhin in der „großen Pause“. Ob es vor den bevorstehenden Nationalratswahlen noch zu einer Einigung zwischen der Lehrergewerkschaft und den Ministerien kommt, ist unklar.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Fritz Neugebauer, glaubt jedenfalls nicht mehr an ein Inkrafttreten im Herbst 2013. Dennoch aber seien die Vorbereitungen für die neuen Diensteinteilungen der Lehrer an den Schulen bereits im Laufen. Neugebauer hält eine Vorlaufzeit von eineinhalb Jahren bis zur endgültigen Umstellung für angemessen.

Der aktuelle Regierungsvorschlag sieht ja vor, dass neu eintretende Lehrer verpflichtend 24 Stunden pro Woche unterrichten sollen. Derzeit haben Pflichtschullehrer eine Unterrichtsverpflichtung von 20 bis 22 Wochenstunden. Für Lehrer an Bundesschulen sind es 20 Stunden, wobei Schularbeits fächer höher eingestuft werden und darum insgesamt zu einer niedrigeren Stundensumme führen, Fächer wie Turnen hingegen zu einer höheren.

Zulagen und Abschläge  erhitzen Gemüter

Debattiert wird derzeit auch um Zulagen für Pädagogen in Fächern wie Deutsch, Fremdsprachen und Mathematik. Zusätzlich soll es für dienstältere Lehrer Extrageld geben, etwa für die Supervision von Junglehrern, für Bildungsberatung und Berufsorientierung.

Die Gewerkschaft fordert jedenfalls spätestens nach Ostern Klarheit in Sachfragen wie höhere Einstiegsgehälter und Lehrverpflichtung. „Ich bin an einem attraktiven und leistungsorientierten neuen Besoldungsrecht sehr interessiert. Für die Gewerkschaft ist es aber inakzeptabel, wenn in einem neuen System pro geleisteter Arbeitsstunde weniger bezahlt werden soll als bisher! Eine Lösung kann es nur geben, wenn Bildungsministerin Schmied sich bewegt. Wir stehen bis zur letzten Minute für Verhandlungen zur Verfügung. Die Hoffnung stirbt zuletzt“, so AHS-Lehrergewerkschafter Eckehard Quin.

Die Hoffnung scheint berechtigt, geht es nach dem Bildungsministerium: „Wir sind gut unterwegs und optimistisch“, sagt der Sprecher von Bildungsministerin Claudia Schmied. Die nächste Gesprächsrunde mit Schmied (SP), Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SP) und Finanzministerin Maria Fekter von Regierungsseite sowie Fritz Neugebauer und Lehrervertreter Paul Kimberger von Gewerkschaftsseite soll in dieser Woche stattfinden.

Nach Ostern peilt man eine Einigung an. Und stellt den Lehrern gewissermaßen die Rute ins Fenster: Es sei zu bezweifeln, ob die Lehrer nach der Nationalratswahl von einer neuen Regierungsmannschaft je wieder ein so gutes Angebot bekommen würden. Das bestehende Angebot sei jedenfalls konkurrenzfähig, heißt es aus dem Bildungsministerium, darum sei man auch guter Hoffnung, rasch zu einer Einigung zu gelangen.