Strasser soll Präsident des ÖVP-Bauernbundes bleiben. Der Nöchlinger Georg Strasser soll weiter Präsident des ÖVP-Bauernbundes bleiben. Die Länderchefs haben ihn nach vier Jahren im Amt einstimmig für die Wiederwahl am 26. Juni aufgestellt.

Von APA / NÖN.at und Maria Prchal. Update am 28. Mai 2021 (07:02)
Georg Strasser AKTUELL
Georg Strasser
Bauernbund Österreich

Strasser zog vor Journalisten daraufhin eine positive Bilanz seiner ersten Amtszeit und pocht weiter auf "einen fairen Anteil" an der Wertschöpfungskette für die Bauern. Zu den GAP-Verhandlungen in der Endphase sagte er, dass nachhaltige Vorleistungen heimischer Bauern finanziell anerkannt werden müssten.

"Der Reichtum an Lebensmitteln und die Vielfalt an Lebensräumen mit ihren Tieren und Pflanzen sind keine Zufallsprodukte, sondern das Resultat harter bäuerlicher Arbeit", sagte der ÖVP-Nationalratsmandatar zu den Verhandlungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU ab 2023.

Ruf nach mehr Solidarität bekräftigt

"Darum braucht es einen Grünen Deal für Österreichs Bauernfamilien, der ihre Vorleistungen wie beispielsweise ÖPUL- oder Bio-Programme anerkennt und Einkommen schafft." Die Ausgleichszahlungen seien besonders wichtig. Es gehe aber auch um Unterstützungen für Jungbauern.

"Wovon wir nicht leben können, sind Luft, Liebe und von der Hand in den Mund", sagte Strasser. Die klassische Landwirtschaft müsse wie die biologische Landwirtschaft möglich sein. "Beides hat in unseren Köpfen Platz."

Die GAP-Verhandlungen befinden sich im Endspurt. Am Donnerstagnachmittag waren gerade Länder-Konsultationen am Laufen. Wichtig sei es, dass schon im Vorfeld gröbere Einsparungen verhindert worden seien, sagte Bauernbund-Direktor Norbert Totschnig.

Strasser bekräftigte auch den stetigen bäuerlichen Ruf nach mehr Solidarität unter allen Marktteilnehmern. Es gehe um einen fairen Anteil an der Wertschöpfung für die Landwirte, die selbst ein "Musterschüler" in Sachen "Qualitätsorientierung und -steigerung" seien und diesen Weg auch weiterbeschritten. "Die Marktmacht muss besser verteilt werden und Transparenz auf allen Ebenen Einzug halten. Das schafft Wahlfreiheit für Konsumenten und kurbelt die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln an."

Einmal mehr kritisierte der oberste Bauernbündler auch Rabattschlachten im heimischen Lebensmitteleinzelhandel. "Wir wollen faire Preise anstatt Schnitzel um 2,99 Euro je Kilogramm." In der Kampagne "Das isst Österreich" fordert der Bauernbund gemeinsam mit Partnern das Bekenntnis aller Marktteilnehmer zu heimischen Lebensmitteln. 340 Mio. Euro an Netto-Werbeausgaben durch den Lebensmitteleinzelhandel zeigten, wo die Macht liege, so Strasser. "Das zeigt auch die Verantwortung der Branche."

Auch wenn der Bauernbund in der Öffentlichkeit nicht der am stärksten wahrgenommene ÖVP-Bund sein mag, so ist sein parteiinternes Gewicht doch immens und in Koalitionsverhandlungen wird das Gewicht traditionell voll in die Waagschale geworfen. "Wir haben erreicht, dass sich die Anzahl der Bauernbund-Nationalräte von 13 auf 18 erhöht hat", strich Direktor Totschnig hervor.

Insgesamt verfügt die ÖVP über 71 Abgeordnete und sechs Teilorganisationen. Zudem gebe es seit der vergangenen EU-Wahl erstmals zwei Bauernbündler unter den ÖVP-Mandataren in Brüssel. In der Bundesregierung ist nicht nur Agrarministerin Elisabeth Köstinger vom Bauernbund sondern auch Verteidigungsministerin Klaudia Tanner. "Ich sehe den Bauernbund als jene Brücke, welche die Themen, Ängste, Sorgen und Nöte sowie Euphorie, Freude und Erfolgsgeschichten von den Höfen mit lauter Stimme in die politische Welt trägt", sagte Strasser.

Die Wahl des Bauernbundpräsidenten erfolgt im sogenannten Bundesbauernrat. Strasser erhielt vor vier Jahren 115 von 116 Stimmen (99,1 Prozent). Er wünschte sich für den neuen Wahlgang am 26. Juni ein "hohes Votum". Auch seine Stellvertreter sollen erneut gewählt werden: Ministerin Köstinger, LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger, Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger, LKOÖ-Chefin Michaela Langer-Weniger, sowie die Salzburger Abgeordnete zum Nationalrat Carina Reiter und der Wiener LK-Präsident Franz Windisch.

Der Bundesbauernrat ist eine Delegiertenversammlung mit Vertretern aus den Ländern. Heuer wird er coronabedingt digital und an Ort und Stelle in der RWA-Zentrale in Korneuburg bei Wien durchgeführt - mit Briefwahl.

Seit Donnerstag hat der Bauernbund auch ein aktualisiertes Logo, das den Buchstaben B als Versalie zwei Mal zeigt - "BB". Auch die Homepage und Auftritte in Sozialen Medien wurden erneuert.

Blick ins Ötscherland

Der Nöchlinger Strasser lud bei der Pressekonferenz auch zu einem Blick ins Ötschertal als wertvolle landwirtschaftliche Region ein. Ostösterreich sei besonders privilegiert durch seine Almen sowie Gunstlagen bei Rind- und Schweinezucht. 

Demnächst wird der desiginierte Präsident auf Bundesländertour gehen. Denn der Bauernbund wirke durch seine Länderorganisationen bis in die kleinste Gemeindeebene und sei damit besonders nah an den Landwirten, so Strasser.