Wilder Tanz im Dom. Anzeige / EU-Mandatar Stadler geht gegen „Staatskünstler“ vor, weil sie unerlaubt im St. Pöltner Dom drehten. Protestbrief der Diözese.

Erstellt am 09. Dezember 2012 (18:47)
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Von Martin Gebhart

Dass die Kabarettisten Florian Scheuba, Robert Palfrader und Thomas Maurer für die ORF-Sendung „Wir Staatskünstler“ im St. Pöltner Dom im Stile von „Pussy Riot“ tanzten und das aufgenommen sowie gesendet worden ist, beschäftigt jetzt das Gericht. EU-Abgeordneter Ewald Stadler (BZÖ) hat über die Neulengbacher Anwaltskanzlei Steier Strafanzeige wegen „Kirchenschändung“ (Paragraph 189, Absatz 2) erstattet.

Stadler: „Das Strafgesetzbuch stellt die Verspottung eines religiösen Gegenstandes ausdrücklich unter Strafe.“ Besonders erschütternd sei der Vorfall für ihn, weil der ORF diese „schändlichen Altartänze“ ausgestrahlt habe, obwohl keine Drehgenehmigung vorgelegen sei. Wobei es sich um eine „private Anzeige“ von Stadler handle, so die BZÖ-Führung.

Protestbrief der Diözese, Entschuldigung des ORF 

Zu dem Fall bestätigt die Diözese St. Pölten, dass keine Drehgenehmigung erteilt worden ist, auch nicht rückwirkend. Überhaupt war erst nach dem Dreh, einen Tag vor der Ausstrahlung, um diese Genehmigung angesucht worden. Diözesanbischof Klaus Küng hat sich deswegen auch direkt an ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz gewandt. Von einer Klage wurde abgesehen, weil der direkte Kontakt als zielführender betrachtet wurde. Außerdem hätten ähnliche Fälle gezeigt, dass hier die Gesetzgebung sehr weitmaschig sei.

Inzwischen hat Generaldirektor Alexander Wrabetz geantwortet und die Vorkommnisse bedauert. Er versicherte, dass sich ein derartiger Vorfall nicht wiederholen werde. Pressereferent Markus Riccabona: „Die Diözese hat in dieser Angelegenheit also ihre eigenen Schritte gesetzt und hat den Europa-Abgeordneten Stadler in keiner Weise gebeten, in dieser Angelegenheit aktiv zu werden.“

Die „Staatskünstler“ Florian Scheuba, Thomas Maurer und Robert Palfrader: Anzeige wegen eines unerlaubten Auftritts im

St. Pöltner Dom.

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