"Zweiter Shutdown würde Riesen-Schaden anrichten". Heuer werde sich das angepeilte Defizit verzehnfachen. Es liegt bei rund 750 Millionen Euro. Ein neuerlicher Stillstand hätte für die Wirtschaft dramatische Auswirkungen, betont Finanzlandesrat Ludwig Schleritzko. Das Land könne sich dann fünf Jahre lang finanziell nicht erholen. Er appelliert daher an die Niederösterreicher, die Corona-Maßnahmen einzuhalten.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 24. September 2020 (16:30)
Ludwig Schleritzko
Marschik

"Ein zweiter Lockdown würde eine wirtschaftliche Erholung in der ersten Hälfte des Jahrzehnts ausschließen" - davon ist Finanzlandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) überzeugt. Er appelliert deshalb mit Verweis auf die wieder steigenden Infektionszahlen an die Bevölkerung - auch mit Blick auf die Wirtschaft - die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus einzuhalten: "Wir alle haben da eine große Verantwortung.“

Um die schwierige wirtschaftliche Lage zu verdeutlichen, gab der Finanz-Landesrat einen Einblick in die Landes-Kassen: Schon bisher habe die Krise Land und Gemeinden fast 1,5 Milliarden Euro an Einnahmen in den Jahren 2020 und 2021 gekostet. Rund eine Milliarde weniger fließe in den Landeshaushalt, 482 Millionen weniger in die Kassen der Gemeinden - die ausbleibenden Kommunalsteuereinnahmen noch nicht eingerechnet. Die Ertragsanteile, als eine der wichtigsten Einnahmenquellen, werden laut Prognosen des Finanzministeriums erst 2023 wieder auf dem Niveau von 2019 liegen.

Für das aktuelle Jahr geht Schleritzko von einem Budget-Loch von 750 Millionen Euro aus. Ausgegangen war man von nur 76 Millionen Euro. Das Defizit ergebe sich aus Mehr-Ausgaben für Covid-Maßnahmen sowie Einnahmenausfällen - einerseits vom Bund, andererseits durch die schwächelnde Wirtschaft. Laut IHS ist die Wertschöpfung in Niederösterreich um 8 Prozent zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote war im August 2020 um 25 Prozent höher als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Im Vergleich zu anderen Bundesländern steht NÖ hier allerdings noch besser da: In den stark vom Tourismus geprägten Bundesländern wie Tirol oder Salzburg sind die Werte noch wesentlich höher.

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