Wirtschaftsverband: Alte Forderungen, neue Wahl. Der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband will bei der Wirtschaftskammer-Wahl in NÖ mit Kernthemen - nämlich der sozialen Absicherung für Unternehmer - punkten. Wahlziel sind Zugewinne.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 05. Februar 2020 (11:32)
Thomas Schaden, Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes (links), und Landesgeschäftsführer Gerd Böhm.
Anita Kiefer

Es sind langjährige Forderungen, die der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband (SWV) Niederösterreich zu den Kernthemen für die anstehende Wirtschaftskammer-Wahl von 2. bis 4. März in seiner Agenda hat.

Schaden: „Krankheiten dürfen keine Existenzen gefährden“

„Wir versuchen diese Baustellen seit vielen Jahren aufzuzeigen“, so Thomas Schaden, Präsident des SWV NÖ, heute Vormittag vor Journalisten – es ändere sich allerdings nur sehr langsam etwas.

Kernthema des SWV ist nach wie vor die Abschaffung des 20-prozentigen Selbstbehalts für Selbstständige bei Arztbesuchen. Darüber hinaus wird Krankengeld für Selbstständige ab dem vierten Tag (nicht wie bisher erst ab dem 43. Tag) sowie eine „lückenlose Absicherung bei langer Krankheit“ gefordert.

Konkret will der SWV die „gleiche Absicherung bei langer Krankheit wie für Unselbstständige“ erreichen – nämlich ein Krankengeld, das 52 Monate lang durchgehend ausbezahlt wird. „Krankheiten dürfen keine Existenzen gefährden“, betont Schaden.

Als grundsätzlich positiv bewerte Schaden, dass einige der Forderungen des SWV im Regierungsprogramm der Bundesregierung ihren Niederschlag gefunden hätten – etwa eben auch die Senkung des Selbstbehalts beim Arztbesuch für Unternehmer. Allerdings stünden hier keine Termine im Regierungsprogramm.

Ziel sind Zugewinne: „Umso höher das Plus, umso mehr Freude“

Für die Wirtschaftskammer-Wahl sei das erklärte Ziel, Zugewinne zu machen. „Umso höher das Plus, umso mehr freuen wir uns“, meint Schaden – vor allem, wo die Sozialdemokratie aktuell ja abgesehen vom Ergebnis der burgenländischen Landtagswahl nicht mit Wahlerfolgen gesegnet sei.

Bei der letzten Wirtschaftskammer-Wahl 2015 erzielte der SWV NÖ knapp 11,2 Prozent der Stimmen, ein Plus von 1,6 Prozentpunkten gegenüber der Wahl 2010.