NÖ soll Forschungs-Hotspot werden. Land präsentierte Strategie, mit der es gelingen soll, mehr Wissenschaftler nach Niederösterreich zu holen und mehr Forschungsaktivitäten durchzuführen. Ausgegeben werden dafür 55 Millionen Euro.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 20. Oktober 2020 (13:35)
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl und Landesrat Gottfried Waldhäusl (links) stellten die neue FTI-Strategie des Landes vor.
NLK Burchhart

An Fachhochschulen, Privatunis, aber auch an außeruniversitären Forschungseinrichtungen und in Unternehmen wird in Niederösterreich zu den unterschiedlichsten Themen geforscht. Außerdem haben einige der Wiener Unis, wie etwa die BOKU, Standorte in Niederösterreich. Bis 2027 soll sich an diesen Standorten noch mehr tun.  Das Land hat in seiner FTI-Strategie Ziele zur Förderung der Wissenschaft festgehalten. (Anmerkung: Die Abkürzung steht für Forschung, Technologie und Innovation.)

Bis 2027 sollen damit in Niederösterreich mehr Forschungsaktivitäten durchgeführt werden, mehr Forscherinnen und Forscher nach Niederösterreich kommen, die Forschungsquote erhöht und wissenschaftlicher Nachwuchs gestärkt werden. Ganz nebenbei soll es gelingen, Wissenschaft auch unter die Leute zu bringen, weil viele Menschen diese immer noch für etwas "von einem anderen Stern" halten, meint Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Schwerpunkte sollen auf den Bereichen Gesundheit und Ernährung; Klimawandel, Umwelt und Nachhaltigkeit; Digitalisierung und Robotik sowie Gesellschaft und Kultur liegen, erklärte die Landeshauptfrau, die die neue Strategie mit Franz Schnabl (SPÖ) und Gottfried Waldhäusl (FPÖ) vorstellte. 

Konkret will das Land sechs Förderungsmaßnahmen umsetzen.  „FTI-Partnerschaften“, Stiftungsprofessuren, Förderungen für Infrastruktur, Nachwuchs-Förderung etwa durch Unterstützung von wissenschaftlichen Arbeiten sowie die Förderschienen „FTI-Projekte“ und „FTI-Citizen-Science-Projekte“. Zur Verfügung stehen werden dafür bis 2027 insgesamt 55 Millionen Euro. Die Abwicklung der Förderungen soll durch eine neue Gesellschaft für Forschungsförderung „einfach, effizient und transparent“ erfolgen.

SPÖ und FPÖ stehen hinter der Strategie

Franz Schnabl (SPÖ) betonte, dass schon zwischen 2013 und 2020 einiges im Bereich der Wissenschaft umgesetzt worden sei. Nun sei es nötig, ,„fokussiert weiter zu gehen, weil sich die Industrie dort ansiedelt, wo Wissen, Ressourcen und entsprechendes Know-How vorhanden sind“. Gottfried Waldhäusl (FPÖ) erhofft sich von der FTI-Strategie „Vorteile für die Regionen und für die Menschen“, weil dadurch Arbeitsplätze abgesichert würden.