16 EU-Staaten wollen neue Wolf-Richtlinien

Erstellt am 27. September 2022 | 10:05
Lesezeit: 2 Min
Wieder einmal stehen Wölfe im Mittelgrund. Dabei geht es dieses Mal nicht um Risse durch das Raubtier, sondern darum, den Schutzstatus des Wolfes zu evaluieren bzw. anzupassen.
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Wölfe sind nämlich durch die Berner Konvention und das Flora-Fauna-Habitat der EU in den Mitgliedstaaten der Union streng geschützt. Während sich ursprünglich die Diskussionen stark in Grenzen hielten – schließlich tauchte das erste Wolfsrudel auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig des Bundesheeres auf, wo es nicht wirklich Nutztieren schaden konnte.

Dass es dort die seit langer Zeit vorhandene Mufflon-Population praktisch auf Null reduzierte, wurde ohne Groll zur Kenntnis genommen, denn das Wildschaf war einst im Waldviertel angesiedelt worden und dort keinesfalls ursprünglich heimisch.

Als dann in der Nähe des Truppenübungsplatzes und weiter davon entfernt Nutztiere gerissen wurde, sahen vor allem Vertreter der Landwirtschaft den Wolf immer mehr als Bedrohung. So wurden in Österreich im Jahr 2020 330 Wolfsrisse von Schafen, Ziegen und Rindern dokumentiert, 2021 bereits 680. Das führte zu einer Initiative von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig in der EU.

„Der Wolf ist längst nicht mehr vom Aussterben bedroht. Entwickelt sich die Wolfs-Population ungehindert weiter, opfern wir unsere Alm-, Land- und Tourismuswirtschaft. Wir müssen Problemwölfe entnehmen können, die wiederholt Nutztiere reißen und in Siedlungsgebieten auftauchen“, erklärt Bauernbund-Präsident Georg Strasser.

Daher begrüßt Strasser auch die Initiative von Totschnig, auf europäischer Ebene um eine Lösung zu kämpfen, indem er eine Allianz von 16 Mitgliedsstaaten bilden konnte, um den Schutzstatus von Beutegreifern anzupassen.

Damit soll die Schutzrichtlinie erstmals nach 30 Jahren überarbeitet werden