WWF fordert Rückbauoffensive von Bundesregierung. Der WWF hat in einer am Donnerstag präsentierten Studie berechnet, dass den Flüssen in Österreich 84.000 Hektar an flussnahen Flächen zurückgegeben werden müssen.

Erstellt am 06. Juni 2013 (12:49)
Darin kam man zu dem Schluss, dass "alle Maßnahmen für den Hochwasserschutz bisher nicht ausgereicht haben, weil das Problem nicht umfassend bekämpft wird". Technischer Hochwasserschutz reiche nicht aus, da aufgrund des Klimawandels, der Flussverbauung und der Versiegelung der Böden mit neuerlichen Hochwasserkatastrophen in den nächsten Jahren zu rechnen sei.

Seit 1950 von 100.000 Fluss-km rund 30.000 km verbaut

"Flutkatastrophen wie die aktuelle sind auch zum Teil hausgemacht. Für jeden Euro, der in den technischen Hochwasserschutz fließt, braucht es einen Euro, der für den Rückbau der Flusskorsette verwendet wird", analysierte WWF-Flussexperte Christoph Walder und forderte ein neues Bundeshochwasserschutzprogramm.

Von 100.000 Flusskilometern in Österreich wurden laut der Umweltschutzorganisation seit 1950 rund 30.000 Kilometer begradigt und verbaut. In den vergangenen 60 Jahren seien 4.000 Quadratkilometer Überschwemmungsflächen verloren gegangen - das entspreche der Gesamtfläche des Burgenlandes.

"Allein seit dem letzten Jahrhunderthochwasser 2002 wurden weitere 400 Quadratkilometer Boden versiegelt - eine Fläche so groß wie Wien. In dieser Zeit entstanden etwa vier Milliarden Euro an Katastrophenschäden. Wenn wir dieses Geld in ökologischen Hochwasserschutz investiert hätten, wären die Schäden heute wesentlich geringer", so Walder.

Die Studie mit dem Titel "Jeder Hektar zählt" zeige, dass in Österreich 86.000 Hektar Flächen an den Flüssen zurückgebaut werden müssen. Dazu zählen die Aufweitung der Flussbetten, die Neuschaffung von Auwäldern und Retentionsräumen sowie die Anbindung von Seitengewässern. Vor allem müssten an den risikoreichen Flussabschnitten, wo die Hochwasserschäden am größten sind, weiträumigere Überschwemmungsflächen gebildet werden.

Rückbau: An neue Verhältniss durch Klimawandel anpassen

"Wir müssen uns an die veränderten Verhältnisse durch den Klimawandel anpassen und endlich Maßnahmen setzen, sonst haben wir in wenigen Jahren die nächste Hochwasserkatastrophe zu erwarten", so der dringende Appell an die Regierung. Zusatz Walder: "Rückbauprojekte sind auch für die Wirtschaft lukrative Bauvorhaben."