131.000 NÖ-Schüler kehrten in die Klassen zurück. Volks- und Unterstufenschüler hatten heute, Montag, ihren ersten Schultag seit dem Lockdown. Damit lernen in Niederösterreich 140.000 Kinder und Jugendliche wieder regelmäßig in den Klassenzimmern.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 18. Mai 2020 (10:50)
Vollbepackt und mit Maske zurück in die Schule: Daniel Binder (links) und Erik Fahrnberger vom Gymnasium Wieselburg. Die beiden sind damit Teil der rund 131.000 Schüler, für die es heute zurück in die Klassen ging.
Walter Fahrnberger

Für 131.000 Schüler in Niederösterreich hieß es heute wieder früh aufstehen, Rucksack  packen und ab in die Schule. Es startete die zweite - und größte - Etappe der Wiederöffnung. In Volksschulen, Neue Mittelschulen, AHS-Unterstufen, Sonderschulen und Deutschförderklassen kehrte damit wieder Leben ein.

Insgesamt drücken nun in Niederösterreich wieder 140.000 Kinder und Jugendliche die Schulbank. Den Anfang machten bereits Anfang Mai rund 9.000 Maturanten und Schüler von Abschlussklassen. Sie bereiten sich seit zwei Wochen auf ihre Abschlussprüfungen vor, die kommende Woche starten.

„Die Wiederöffnung unserer Bildungseinrichtungen ist ein wichtiger Schritt, der unerlässlich ist, weil die Eltern ihre Kinder natürlich gut betreut wissen müssen, wenn sie zurück an ihren Arbeitsorten sind. Es ist dies demnach natürlich auch ein Schritt, der vor allem Entlastung für die Eltern bedeutet“, sagen Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Bildungsdirektor Johann Heuras. 

Hygiene-Maßnahmen, um Ansteckung zu vermeiden

Von normalem Schulalltag kann trotzdem noch lange nicht die Rede sein. Damit das Infektionsrisiko weiterhin gering gehalten wird, gelten in den Schulen strenge Vorschriften. Diese wurden vom Bildungsministerium im Hygiene-Handbuch festgeschrieben. „Dazu gehören unter anderem das Tragen von Mund- und Nasenschutz im Schulgebäude - nicht aber in den Klassen während des Unterrichts. Darüber hinaus wurden alle Schulen mit Desinfektionsmitteln ausgestattet und die Pädagoginnen und Pädagogen achten darauf, dass die Kinder regelmäßig ihre Hände waschen und auch genügend Abstand zueinander halten. Dies gilt vor allem auch für die Pausen“, erklären Teschl-Hofmeister undHeuras. Damit bei der Wiederöffnung alles glatt läuft, wurden Details zu den Regeln und mögliche Herausforderungen in der Vorwoche bei einem von der Bildungslandesrätin initiierten Runden Tisch besprochen. 

Damit Abstände eingehalten werden können und sich nicht zu viele Personen gleichzeitig in den Schulen befinden, wird neben den Hygiene-Vorschriften ein Schichtsystem umgesetzt. In Niederösterreich gibt es davon zwei Varianten. Die eine ist das Blockmodell, in dem die Gruppen wochenweise abwechselnd Montag bis Mittwoch oder Donnerstag und Freitag unterrichtet werden. Die andere Variante ist das so genannte Reißverschlusssystem. Hier werden die beiden Gruppen abwechselnd jeden zweiten Tag unterrichtet. „Mein dringender Appell an die Schulen ist, bei der Einteilung besondere Rücksicht auf Geschwisterkinder zu nehmen“, meint Teschl-Hofmeister.

Oberstufen-, Berufs- und PTS-Schüler bilden das Schlusslicht

Noch zwei Wochen zuhause lernen müssen die älteren Schüler. Die dritte Etappe der Wiederöffnung startet am 3. Juni. Dann beginnt der Unterricht auch wieder an den AHS-Oberstufen, Berufsschulen, Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen sowie an den Polytechnischen Schulen. In Niederösterreich kehren dann noch einmal rund 44.000 Jugendliche vor den Ferien in die Klassen zurück.