Zwölf Prozent sind Migranten. 200.000 Menschen in Niederösterreich sind laut Österreichischem Integrationsfonds (ÖIF) ausländischer Herkunft.

Erstellt am 10. März 2014 (23:59)
NOEN, © Alexandra Gruber
Von Katharina Fischer

Anfang 2013 hatten 12 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes eine ausländische Staatsangehörigkeit oder einen Migrationshintergrund. Im Bezirk Wr. Neustadt war der Migranten-Anteil mit 22 Prozent am höchsten. Im Bezirk Zwettl war er mit 2,5 Prozent am niedrigsten.

Studie legte Schwerpunkt auf Bundesländer

Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie des österreichischen Integrationsfonds. Die regionalen Herausforderungen von Integration sollen in dieser Studie in den Vordergrund gerückt werden. Bereits zum dritten Mal hat der ÖIF gemeinsam mit der Statistik Austria Zahlen und Fakten zu Herkunft, Wanderungsbewegungen, Sprache, Bildung und Arbeit von Migranten erhoben.

Der Schwerpunkt der Studie liegt auf den einzelnen Bundesländern. „Menschen mit Migrationshintergrund prägen das Leben in Österreich entscheidend mit – nicht nur in der Bundeshauptstadt Wien, sondern insbesondere im ländlichen Bereich“, betont der ÖIF-Geschäftsführer Franz Wolf-Maier. Er sieht die Statistik als „fundierte Grundlage zur öffentlichen Diskussion über Integration auf regionaler Basis“.

Gehaltsschere klafft auseinander

Ein weiteres markantes Ergebnis der Studie: Migranten verdienen generell in allen Bundesländern weniger als Österreicher. In NÖ liegt das Netto-Jahreseinkommen von Ausländern 4.200 Euro unter dem von Österreichern. In Wien ist die Gehaltsschere zwischen Ausländern und Österreichern am größten. Migranten verdienen dort im Schnitt um 5.600 Euro weniger.

Gemessen an der Größe des Bundeslandes leben in Wien auch die meisten Menschen mit ausländischer Herkunft. 35,6 Prozent der Wiener sind laut der Studie Migranten.

www.integrationsfonds.at


NÖ-Ergebnisse

  • Migranten aus der Türkei (25.500) und Deutschland (25.400) waren 2013 in Niederösterreich am häufigsten vertreten. Österreichweit kommen die meisten Migranten aus Deutschland.
  • 2012 zogen 16.800 Personen aus dem Ausland nach Niederösterreich. Rund die Hälfte davon kam aus einem Land der EU und der Schweiz. Die meisten stammten aus Rumänien (2.100), Ungarn (1.700) und der Slowakei (1.200).
  • 12 Prozent der Schüler in NÖ hatten im Schuljahr 2011/2012 eine andere Muttersprache als Deutsch. Rund ein Fünftel der Schüler an Neuen Mittelschulen (20,1 Prozent) und an Sonderschulen (19,9 Prozent) hatte zudem Deutsch nicht als Umgangssprache.

An den AHS ist dieser Anteil mit 6,6 Prozent deutlich geringer.