Land kauft Masken „made in NÖ“. Fehlende öffentliche Aufträge für Hygiene Austria regten auf. Einer ist nun aber fix.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 09. September 2020 (03:17)
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck machten sich im Mai selbst ein Bild von der Masken-Produktion in Wiener Neudorf.
Christoph Dworak

Der Textil-Hersteller Lenzing und der Unterwäsche-Hersteller Palmers stampften im Mai eine Kooperationsfirma aus dem Boden, um Schutzmasken in Wiener Neudorf (Bezirk Mödling) zu produzieren. Politiker lobten das in höchsten Tönen. Umso größer war das Aufsehen, als sich Palmers-Vorstand Tino Wieser in einem ZiB-Beitrag beschwerte, dass die Hygiene Austria GmbH – so heißt die Firma – noch keine öffentlichen Aufträge bekommen habe.

Mittlerweile scheint einer zumindest fix zu sein. Das Land gab gerade den Zuschlag für den Ankauf einer Erstmenge von 100.000 Stück, sagt ein Sprecher der Landeshauptfrau. Gemäß der Verpflichtung, beim Ankauf Ausschreibungen durchzuführen, sei eine solche im August gemacht worden. „Das Ergebnis sind in der Folge Rahmenvereinbarungen mit den drei bestgereihten Anbietern “, erklärt er. Hygiene Austria sei einer davon.

Im Wirtschaftsministerium verweist man darauf, dass der Maskenankauf seit Juni von der Bundesbeschaffungsgesellschaft (BBG) vorbereitet werde. Öffentliche Einrichtungen können dann aus 30 geprüften Schutzmaskenlieferanten wählen – auch hier sei die Hygiene Austria gelistet. Bei dem Unternehmen freut man sich über die „positive Entwicklung“.

Wie Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner beim Lokalaugenschein, betont Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck die Wichtigkeit, auf lokale Anbieter zurückzugreifen: „Für uns ist es essenziell, österreichische Firmen zu unterstützen.“ Die Corona-Krise habe gezeigt, dass man hier wieder unabhängiger werden müsse. Die Ministerin will daher ein neues Vergaberecht, bei dem auch sichergestellt werde, dass Aspekte wie Regionalität beachtet werden.

Die Masken gibt es in Handelsketten

Hauptabnehmer der Masken „made in NÖ“ sind Handel und Industrie. Verkauft werden sie größtenteils in Handelsketten. 30 Prozent gehen ins Ausland. Produziert werden 12 Millionen Stück pro Monat. Die angekündigte Erweiterung auf 25 Millionen sei in einem weiteren Schritt möglich. „Die Hygiene Austria ist für ansteigende Infektionszahlen vorbereitet.“