Post und Partner schnüren Paket für Nahversorgung. Für Gemeinden ohne Lebensmittelgeschäft und Postfiliale gibt es eine neue Möglichkeit, die Wertschöpfung im Ort zu halten.

Von Maria Prchal. Update am 30. Juli 2020 (13:53)
Gemeinsam mit den Kooperationspartner stellten Alfred Riedl, Bürgermeister von Grafenwörth und Präsident des Österreichischen Gemeindebundes, Bundesministerin Elisabeth Köstinger und Post-Generaldirektor das neue Landpaket vor Georg Pölzl.
Christian Husar/Österreichische Post

Zum Brief Aufgeben in den nächsten Ort und für den Wocheneinkauf ebenfalls 30 Minuten pendeln müssen - viele Gemeinden verfügen weder über eine Postfiliale, noch über einen Lebensmittel-Nahversorger.

Gegen dieses fehlende Angebot wurde jetzt das Projekt "Landpaket" von Post, Gemeindebund, Bund und weiteren insgesamt 17 Partnern präsentiert. 

100 Gemeinden in Österreich gäbe es, die für diese Initiative in Frage kommen. Sie können sich bewerben und bekommen dann Unterstützung beim Aufbau von Infrastruktur. 

Es müssen Lebensmittelhandel und Post Partnerschaft mitsamt Finanzdienstleistungen der bank99 entstehen und weitere Partner können ergänzt werden. Eine Erweiterung der Service- und Dienstleistungen durch Putzereien, Kaffeeangebote, aber auch z.B. eine Auslagerung nichthoheitlicher Gemeindetätigkeiten, wie etwa die Verteilung des Gelben Sacks, sind möglich.

Arbeitsplätze vor Ort halten

Mit dem Landpaket soll möglichen Betreibern, wie beispielsweise selbständigen Kaufleuten, ein neues Geschäftsmodell angeboten werden. Dabei sollen Menschen mit Beeinträchtigung bei der Personalauswahl besonders berücksichtigt werden.

Also wird sowohl die Versorgung vor Ort garantiert, als auch Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen.

20 potenzielle Bewerber in NÖ

Diese 20 Gemeinden wurden als potenzielle Standorte für das "Landpaket" ausgemacht.
Post

Konkrete Standorte sind derweil im Burgenland, Steiermark und in Oberösterreich abzusehen. In Niederösterreich wurden 20 Gemeinden ausgemacht, die sich aufgrund ihres fehlenden Angebots an Lebensmittelgeschäften und Postfilialen bewerben könnten. Wann und ob sie das tun sei noch nicht absehbar.

Allerdings sagt Gemeindebund Präsident Alfred Riedl: "Wir sehen in allen Bundesländern Potential bzw. Gebiete, die sich für ein Landpaket eigenen würden."
 

Standortzahlen seit 20 Jahren stabil

Insgesamt weist NÖ ein sehr gutes Netz an Lebensmittelbetrieben auf, insbesondere in Hinblick als Flächenbundesland, meint Riedl.. Das zeigen folgende Standortzahlen:

  • Lebensmittelvollsortimenter: 1.200
  • Lebensmittelteilsortimenter wie Bäcker oder Fleischer: 890 (470 Bäcker, 420 Fleischer)
  • Tankstellenshops: 200
  • Postfilialen: 80
  • Post-Partner: 363

Historisch betrachtet hat sich die Anzahl der Lebensmittelgeschäfte zwischen 1970 und 2000 um rund 70 Prozent reduziert. In den letzten Jahren sind die Standortzahlen jedoch relativ konstant geblieben. Laut Riedl bedeutet das, die Bemühungen zur Sicherung der Nahversorgung greifen hier.

Die Initiative Landpaket besteht aus folgenden Kooperationspartnern:

  • Österreichischer Gemeindebund
  • Monopolverwaltung (MVG)
  • Österreichische Lotterien
  • Wirtschaftskammer Österreich
  • Handelsverband Österreich
  • Behindertenanwalt
  • SPAR
  • Unimarkt
  • Nah&Frisch
  • BILLA
  • ADEG
  • Handelshaus Wedl
  • Handelshaus Kiennast
  • KASTNER Gruppe
  • MPREIS
  • A1
  • Österreichische Post (fungiert auch als Koordinationsstelle)