Turbo für die heimische Wirtschaft. Land NÖ greift krisengebeutelten Unternehmen jetzt finanziell unter die Arme.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 16. September 2020 (05:09)
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei der Präsentation des Förderpakets in Wiener Neustadt, im Hintergrund Landesrat Jochen Danninger, Wirtschaftskammer-NÖ-Präsident Wolfgang Ecker und Klubobmann Klaus Schneeberger.
VPNÖ

An drei Leitlinien orientiert sich das Corona-Konjunkturpaket über insgesamt 229 Millionen Euro: Stärkung der Regionen, Stärkung der Innovationskraft und Stärkung der Liquidität. Das gab Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei einer Pressekonferenz im Anschluss an eine zweitägige Arbeitsklausur des VPNÖ-Regierungsteams in Wiener Neustadt bekannt.

Bei den 229 Millionen Euro für die Jahre 2020 und 2021 handelt es sich um frisches Geld, sprich: Die Summe wird nicht aus anderen Töpfen genommen und neu verteilt.

Das Hilfspaket fußt auf Gesprächen mit Wirtschaftskammer, Unternehmern und Wirtschaftsexperten, die man seit Mai geführt habe, sagt Mikl-Leitner. Bei der Klausur sind diese Überlegungen dann gebündelt und konkretisiert worden.

Für die Stärkung der Regionen sind 89 Millionen Euro geplant. Die Regionalförderung wird um insgesamt zehn Millionen Euro aufgestockt, in den Jahren 2020 und 2021 wird es nun insgesamt 37,5 Millionen Euro jährlich geben. Überdies sollen regionale Netzwerke geschaffen werden, es gelte weiters, die Unternehmen besser mit den Bildungseinrichtungen zu vernetzen.

Ein Spezialauftrag ging hier an Tourismus-Landesrat Jochen Danninger und Wirtschaftskammer-Präsident Wolfgang Ecker: Sie haben noch am Wochenende Details zur Förderung für den krisengebeutelten Gesundheits- und Seminartourismus ausgearbeitet. „Ich rufe die Unternehmen auf, die Initiativen schnell abzurufen“, sagt Mikl-Leitner. Das Motto des Landes NÖ laute „Gemeinsam aus der Krise und miteinander in die Zukunft“.

Innovationsförderung wird verdoppelt

Im Bereich Innovation wird es eine Verdopplung der Innovationsförderung von 15 auf 30 Millionen Euro geben. Speziell den Klein- und Mittelbetrieben soll die zugutekommen. Die Initiative „DIGI4KMU“, bereits im Mai angekündigt, wird Betriebe bei der Digitalisierung unterstützen. Hier wird es auch 2021 ein Fördervolumen von 10 Millionen Euro geben. Darüber hinaus werden in den Bereichen Gesundheit, Luft- und Raumfahrt sowie Bioökonomie und Stoffkreisläufe Innovationsplattformen geschaffen, die die Betriebe dabei unterstützen, gemeinsam an Innovationen zu arbeiten, den Forschungs-Output zu erhöhen und Arbeitsplätze zu schaffen bzw. zu erhalten.

200 Betriebe haben bislang Förderansuchen eingereicht, man rechnet mit bis zu 800 Betrieben, die das insgesamt tun werden. Bis zu 53.300 Euro pro Unternehmen können für Digitalisierungs-Initiativen abgeholt werden.

100 Millionen Euro schließlich wird es für die Stärkung der Liquidität geben: Es geht darum, Hilfe bei der Stärkung der Kapitalbasis zu gewähren, zusätzliche Haftungen zu übernehmen und das Beteiligungsmodell aufzustocken.

Die Förderungen sollen einen Investitionsschub von rund 450 Millionen Euro auslösen.

Die SPÖ NÖ steht dem Konjunkturprogramm grundsätzlich positiv gegenüber. SPÖ-Klubobmann Reinhard Hundsmüller ergänzt, es werde „Nachschärfungen in diversen Bereichen geben müssen, um „aus der wirtschaftlichen keine soziale Krise werden zu lassen.“ SPÖ-Wirtschaftssprecher Alfredo Rosenmaier fordert mehr Unterstützung des Bundes, „hier geschieht leider herzlich wenig!“