355 dayli-Filialen sperren - 1.261 verlieren Job. Die insolvente Drogeriekette dayli sperrt 355 der 877 Filialen zu, 1.261 Beschäftigte verlieren ihren Job. Für die verbliebenen 2.207 Beschäftigten heißt es aber weiterhin zittern. Denn Eigentümer Martin Zieger muss bis spätestens Ende Juli einen Investor gefunden haben. Zieger selbst sprach am Freitag von einem Finanzbedarf von 40 Mio. Euro - zu Wochenbeginn war noch von 30 Mio. Euro die Rede.

Erstellt am 12. Juli 2013 (17:13)

"Ich hoffe dass in den nächsten zwei Wochen ein Abschluss mit den angekündigten Investoren wirklich möglich ist, sonst muss ich auch den Rest zusperren", sagte Masseverwalter Rudolf Mitterlehner. Ende Juni hatte dayli noch Vorräte im Wert von 15,3 Mio. Euro und knapp 8 Mio. Euro in der Kassa. Die Überschuldung betrug zum Stichtag 30. Juni 56,37 Mio. Euro.

Hätte es heute keine Filialstreichungen gegeben, hätte dayli bis Ende September einen Finanzaufwand von 25 bis 40 Mio. Euro gehabt, rechnete die Creditreform vor. Durch die seit gestern laufende "-40%"-Aktion seien "die Umsätze enorm gestiegen und es haben sich Investoren gemeldet".

Sehr zufrieden mit der jetzigen Lösung zeigt sich der Chef des Kreditschutzverbandes (KSV) von 1870, Hans-Georg Kantner. Masseverwalter Mitterlehner habe "total verantwortungsvoll" und "sehr professionell" reagiert. Generell lasse sich sagen, dass ein Handelsbetrieb leichter fortzuführen sei als viele andere Betriebe, da die Waren sehr schnell umgeschlagen werden und daher viel Liquidität im Unternehmen sei.

Der Vizechef der Gewerkschaft der Privatangestellten, Karl Proyer, versprach den Gekündigten, dass man so rasch wie möglich deren Ansprüche erfassen und an den Insolvenzentgeltfonds melden werde, damit die Betroffenen schnell zu ihren Geld und ihren arbeitsrechtlichen Ansprüchen kommen. Des weiteren gibt es für die nunmehr arbeitslosen Handelsbeschäftigten - meist Frauen in Teilzeit, viele davon Alleinerzieherinnen - Arbeitsstiftungen. Die Kooperation mit Zieger laufe gut, zu Haberleitner habe die GPA keinen Kontakt. "Der hat auch nichts mehr zu sagen", so Proyer zur APA.

Das Landesgericht Linz genehmigte den Antrag des dayli-Masseverwalters auf Schließung von 355 Filialen. Ab Samstag sind die betroffenen Filialen in der Insolvenzdatei im Internet abrufbar.