45 AUA-Piloten wollen schon gehen. Bei der AUA (Austrian Airlines) wird ein Konzern-Kollektivvertrag angestrebt. Nun müssen die Betriebsräte in ihren Gremien darüber abstimmen. Ab Mittwoch soll verhandelt werden.

Erstellt am 27. März 2012 (20:54)
Inzwischen haben laut "Standard" (Mittwochausgabe) bereits 45 AUA-Piloten angekündigt, freiwillig die Airline zu verlassen.

Das sei weit mehr als erwartet. Die betroffenen Piloten hätten bei der AUA-Personalabteilung um ihre Abfertigung angesucht. Nun werde über einvernehmliche Lösungen im Vorfeld des noch immer geplanten Betriebsübergangs auf Tyrolean gesprochen. 6 der 45 Piloten sollen die Airline krankheitsbedingt verlassen.

Standardisierte Abfertigungsangebote gebe es nicht. In dem Zeitungsbericht ist von einer Sonderabfertigung im Zuge des Betriebsübergangs (bei KV-alt bis zu 39 Monatsentgelte, das sind bis zu 500.000 Euro) abzüglich des bis 2015 laufenden fünfprozentigen Gehaltsverzichts die Rede. Dazu bekämen Ausscheidende ein Jahr lang Stand-by-Tickets und Gratis-Flugscheine für maximal vier Personen, bei denen nur die Gebühren fällig würden. Zudem alle fünf Jahre ein fix gebuchtes Jubiläumsticket, das zwei Jahre lang gültig sei.

Der AUA-Konzern bremst laut "Standard" allerdings. Man wolle "taktisch die Luft rauslassen, damit nicht beim Betriebsübergang im Juli die erwarteten 200 Abgänge auf einmal kommen", wird ein Insider zitiert. Dazu wird auf "Überkapazitäten" bei Tyrolean verwiesen.

Bis zu einer definitiven Einigung auf einen Konzern-Kollektivvertrag sind Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Abgesehen von der unterschiedlichen Kultur von AUA und Tyrolean hätten beide auch ganz unterschiedliche "Selektionen" - Auswahlverfahren, die zum Fliegen berechtigen. Das Auswahlverfahren der AUA gilt als strenger als das der Tyrolean. Demnach könnte es so sein, dass bei einem Konzern-KV die Tyrolean-Piloten zuerst eine Selektion durchlaufen müssten, ehe sie gemeinsam mit den AUA-Leuten fliegen dürfen.