Bawag und PSK gehen getrennte Wege. Die Bawag plant, die Zusammenarbeit mit der Post vor Jahresende zu kündigen. In Niederösterreich sind 85 Filialen betroffen.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 17. Oktober 2017 (01:56)
Anita Kiefer
Ab Ende 2020 wird es keine gemeinsamen Bawag/PSK-Filialen – wie hier in der Neuen Herrengasse in St. Pölten –

Die Bawag geht an die Börse – und trennt sich damit von der Post, mit der sie bundesweit 433 Filialen gemeinsam betreibt. Laut Bawag habe die Post sich gegen Umstrukturierungen gesträubt. Die Kündigung des Kooperationsvertrags soll bis Ende des Jahres erfolgen, die Zusammenarbeit läuft dann Ende 2020 aus. Den Börsengang hat die Bawag im September angekündigt und vergangenen Donnerstag gestartet.

Die Post hat relativ schnell nach Bekanntwerden des Börsengangs der Bawag erklärt, auch nach 2020 Finanzdienstleistungen anbieten zu wollen. Wie dies konkret aussehe, werde man sich für jede Filiale einzeln ansehen, so Post-Sprecher Michael Homola. Aufgrund von Vorzeichen zur Bawag-Entscheidung habe man bereits begonnen, Alternativen auszuloten.

In Niederösterreich gibt es aktuell 350 Postpartner und 88 Postfilialen. Von den 88 Postfilialen werden aktuell jedoch nur drei – nämlich in Wiener Neudorf, Baden und Puchenstuben – ohne Bawag geführt. Das heißt: Für die verbleibenden 85 Standorte müssen aus Sicht der Post Alternativlösungen zur Kooperation mit der Bawag her.

Die Bawag plant, in der Übergangszeit bis 2020 ein eigenes Filialnetz mit etwa 100 Filialen aufzubauen. Aktuell gibt es bundesweit 74 eigene Filialstandorte, 25 neue sollen dazukommen.