Was die EVN-Preiserhöhungen für Kunden bedeuten

Erstellt am 03. August 2022 | 20:19
Lesezeit: 4 Min
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Foto: Shutterstock.com, Lisa S.
Wen die Preisanpassungen betreffen und wie der landeseigene Energieversorger die Mehrkosten abfedern möchte, hat die NÖN zusammengefasst.
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Was seit Monaten vermutet wird, ist seit heute fix: Ab 1. September werden die Preise für Strom und Gas noch einmal teurer. Die EVN zieht genau wie die Wien Energie die Preisanpassung von 1. Jänner 2023 vor. Warum? Wen betrifft das? Wie kann man trotzdem sparen? Die Antworten auf diese und weitere wichtige Fragen gibt es hier:

  • Warum werden die Preise erhöht?

Die EVN erklärt die Preisanpassung mit der Entwicklung an den internationalen Strom- und Gas-Großhandelsmärkten und dem Anstieg der dazugehörigen Indizes. "Die erfordern eine Preisanpassung bei Strom und Gas“, informiert der landeseigene Energieversorger. Die Energieallianz Austria, der neben der EVN auch die Wien Energie und Burgenland Energie angehören, argumentiert, dass der Österreichische Strompreisindex (ÖSPI) binnen eines Jahres um 247 Prozent gestiegen sei, der Österreichische Gaspreisindex (ÖGPI) um 323 Prozent.

  • Wer ist von der Preisanpassung betroffen?

Betroffen sind all jene Haushalte, die einen klassischen ("Optima")-Tarif haben. Sie werden in den nächsten zwei Wochen in einem Schreiben darüber informiert. Das wurde heute von der EVN versendet. In Summe ist das beim Strom etwa die Hälfte der EVN-Kunden, beim Gas sind es 40 Prozent.

Nicht betroffen sind all jene Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher, die "Garant"-Tarife mit zwei Jahren Preisgarantie haben sowie jene mit "Flex"-Tarifen, die eine einjährige Garantie beinhalten. "Das ist zurzeit die beste Entscheidung, die man treffen kann", rät EVN-Sprecher Stefan Zach. Auch nicht betroffen sind die Haushalte, die einen Flex-Tarif gewählt haben. Der wird ohnehin Monat für Monat angepasst. Für sie ist die Situation zurzeit jedoch besonders schlimm. Die Preise gehen seit einigen Wochen nur in eine Richtung: nach oben. 

  • Wie verändern sich die Kosten?

Pauschal kann diese Frage nicht beantwortet werden. Die Kundinnen und Kunden werden über die genaue Höhe schriftlich informiert. Die EVN beantwortet die Frage jedoch mit Beispielen:

- Für einen Haushaltskunden mit einem jährlichen Stromverbrauch - je nach Haushaltsgröße - von 2.000 Kilowattstunden (kWh) beziehungsweise von 3.500 kWh bedeutet die Preisanpassung monatliche Mehrkosten in Höhe von rund 32 Euro beziehungsweise rund 57 Euro.

- Für Haushaltskunden mit einem jährlichen Gasverbrauch - je nach Haushaltsgröße - von 8.000 kWh beziehungsweise von 15.000 kWh bedeutet die Preisanpassung monatliche Mehrkosten in Höhe von rund 58 Euro beziehungsweise rund 108 Euro.

  • Kann man die Kosten verringern?

Ja, einerseits haben Bund und Land Entlastungsmaßnahmen angekündigt. In Niederösterreich ist das etwa der Strompreisrabatt. Die EVN möchte außerdem Geld an Kundinnen und Kunden zurückgeben, die dem Energieversorger dabei helfen, seine Kosten zu verringern. Das kann durch Tarifwechsel sein oder die Möglichkeit, auf elektronische Rechnungen umzusteigen. Die Details sollen ebenfalls in einem Schreiben der EVN erläutert werden, das demnächst die Haushalte erreichen wird. Setzt man alle darin vorgeschlagenen Maßnahmen um, kann man, laut EVN-Sprecher Stefan Zach, bis zu 17 Prozent der Kosten einsparen.

  • Was macht die EVN, um gegenzusteuern?

Neben den Möglichkeiten, einen Rabatt zu erwirken, hat der landeseigene Energieversorger einen Härtefallfonds eingerichtet. Dieser soll ab September zu arbeiten beginnen. Wer, was davon bekommen kann, ist noch offen. Die Details werden zurzeit noch erarbeitet.

  • Wann ist in Zukunft mit Preisanpassungen zu rechnen?

Basis der Preisanpassungen sind Lieferbedingungen, die transparent dem steigenden Verlauf dieser Indizes folgen. Die Preise bei der EVN werden künftig zweimal pro Jahr zum 1. April und zum 1. Oktober angepasst. „Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass ein Jahr ein sehr langer Zeitraum sein kann. Durch eine zweite Anpassung im Jahr können wir rascher reagieren und auch allfällige Senkungen schneller an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben“, meint Zach.