Auf unseren Feldern wächst die Vielfalt

Bäuerinnen aus dem Gebiet Schwechat zeigen mit einer „AckerkulTOUR“, was alles auf ihren Feldern im Industrieviertel angebaut wird.

Brigitte Wimmer Erstellt am 09. Oktober 2021 | 05:42
AckerkulTour
Teresa Schorn aus Gramatneusiedl zeigt bei der Station „Biodiversität“, wie wichtig Blumenwiesen für Bienen und andere Insekten sind. 
Foto: Brigitte Wimmer

Ob lila blühender Mohn, silberbehaarte Sojabohnen, sonnengereifter Weizen, kugelrunde Kürbisse, junger Mais oder die grünen Blätter der Zuckerrübe, Kulturpflanzen aller Art gibt es im Raum Gramatneusiedl zu entdecken.

Der Verein „Die Bäuerinnen“ aus dem Gebiet Schwechat ermöglicht noch bis 19. Oktober authentische Einblicke in die regionale Landwirtschaft. Ein Lehrpfad mit Informationstafeln und Stationskästchen, bestückt mit Produkten zur jeweiligen Feldfrucht, lädt entlang der Feldwege zum Entdecken ein.

Ein Ausflug für die ganze Familie

Die sechs Kilometer lange „AckerkulTOUR“ startet beim Bahnhof Gramatneusiedl und ist öffentlich gut erreichbar. Besucher wandern bequem den Pfad entlang in einer kleinen Runde, die dann wieder zurück zum Bahnhof führt. Zu Fuß ist die komplette Strecke gemütlich innerhalb von 2 bis 3 Stunden (mit kleinen Pausen) zu bewältigen.

AckerkulTour
In sieben Stationen geht die „AckerkulTOUR“ vom Bahnhof Gramatneusiedl auf einem 6-Kilometer-Rundweg an allen Feldern vorbei.  
Katharina Fuchs


Viele Familien bringen ihre Fahrräder mit zur „AckerkulTOUR“. Somit ist der Weg auch für die Kleinsten gut zu meistern. Wenn Eltern oder Großeltern dann noch eine gute Jause im Gepäck tragen, steht einem Picknick zwischen den Feldern nichts im Wege.

Den Schwechater Bäuerinnen liegt es am Herzen, so vielen Menschen wie möglich die Regionalität von Lebensmitteln und deren Herkunftstransparenz sichtbar und greifbar zu machen.
Sieben Ackerkulturen werden hier genauer unter die Lupe genommen: die Sojabohne, der Blaumohn, Kürbis und Mais sowie der Weizen, die Zuckerrübe und eine Biodiversitätsfläche (dabei handelt es sich um eine Blumenwiese). Besonders interessant ist es, die Entwicklung der Pflanzen zu beobachten, indem man den Lehrpfad in größeren Zeitabständen immer wieder besucht.

AckerkulTour
Bei der Maisstation entdecken Lorenz und Hanna Maisstangen und Tacos aus Maismehl in der dazugehörigen Holzbox.  
Brigitte Wimmer

Schon am 30. Mai, bei der Eröffnung der Tour, gab es großes Interesse an dieser Aktion. Mit regionalen Schmankerln und Erfrischungen verköstigten die Landwirtinnen an diesem Tag die Tour-Teilnehmer.

Etwa ein Dreivierteljahr dauerten die Vorbereitungen für den Lehrpfad. „Die Idee zum Projekt“, erzählt Bezirksbäuerin-Stellvertreterin Margit Kitzweger, „entwickelte sich aus einer geplanten Picknickwanderung, die aber der Covid-19-Pandemie zum Opfer fiel.“ Für das neue Projekt traf das Team der Landwirtinnen in Onlinemeetings zusammen, um Text und Fotos für die Infotafeln festzulegen. Mittlerweile gibt es auch ein Gästebuch. „Wir freuen uns über nette Einträge und auch über Zeichnungen im AckerkulTOUR-Buch“, so Kitzweger.