Aggression auf Straßen: Immer mehr sehen "rot". Gerade jetzt zum Start der Sommerferien setzt bei den Autofahrerinnen und Autofahrern genau das ein, was es eigentlich zu vermeiden gilt, nämlich Stress. Die Autofahrer-Clubs geben wichtige Tipps!

Erstellt am 28. Juni 2013 (11:40)
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Unüblich für Urlauber? Leider nein, denn Staus und Blechkolonnen kombiniert mit warmem Wetter verleitet die geduldigen Lenker oft dazu Dinge zu tun, die über Kavaliersdelikte weit hinaus gehen.

"Für viele beginnt erst mit dem Start des Urlaubs die nervliche Belastung", weiß ARBÖ-Sprecher Thomas Woitsch. Mit Kindern und Haustieren im Gepäck kann die entspannte Reise dann ganz leicht zur Hürde werden - kommt man dann auch noch in einen Stau, liegen die Nerven blank. Vom Hupen bis zum Schimpfen, vom Drängeln bis zum Rasen, vieles kommt dann zum Vorschein, was ansonsten im Straßenverkehr absolut tabu ist.

Marion Seidenberger vom ÖAMTC bestätigt: "Alltägliche Aggressionen, die im Straßenverkehr stattfinden, werden durch hohe Temperaturen verstärkt oder können jetzt in der Sommer-Hitze leichter entstehen. Gewalt und Aggressionen sind nicht nur auf einzelne spektakuläre Ereignisse beschränkt, meist laufen sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab oder werden nur am Rande wahrgenommen - wie bei vandalistischen Handlungen oder verbalen und handgreiflichen Auseinandersetzungen auf offener Straße. Oftmals ist keine Exekutive weit und breit, um verursachende Lenker auf dieses Fehl-Verhalten hinzuweisen und ihnen auch klar zu machen, dass dieses Verhalten viel Unmut auslöst."

"Es scheint oft nicht leicht dann die Ruhe zu bewahren, ist aber ein Muss, damit die Urlaubsfahrt entspannt verläuft", so der ARBÖ-Sprecher. Tipps dazu gibt es zur Genüge, das Wichtigste ist allerdings genügend und ausreichend lange Pausen vorauszuplanen und auch einzuhalten.

Viele antialkoholische Getränke sind ein unerlässlicher Reisebegleiter, genauso wie Spiele für Kinder. Wer kennt die berühmte Frage: „Papa, Mama, sind wir bald da?“  Um nicht minütlich davon genervt zu werden, müssen die Kids auf lange Fahrten ausreichend beschäftigt werden", weiß Woitsch - selbst Vater - aus eigener Erfahrung. Damit ein ruhigeres Miteinander in der eigentlich schönsten Zeit des Jahres stattfinden kann, appelliert der ARBÖ an die Autofahrer Rücksicht und Verständnis für alle anderen Verkehrsteilnehmer aufzubringen. Stay cool und bedenken Sie: Sie sind nicht alleine!

Weitere Ursachen für aggressives Verhalten nennt Seidenberger: "Die Verknappung des Straßenraumes, auch die unterschiedlichen Nutzer zur gleichen Zeit, können leichter Aggressionen entstehen lassen. Staus, Tempolimits, Ampelschaltungen - all dies trägt zu mancher Frustration bei. Oft hat man das Gefühl, jeder der nicht leicht zu überholen ist, wird zum Hindernis. Aggressionen können sich leicht aufschaukeln, der allgemeine Zeit- und Leistungsdruck trägt sicherlich dazu bei. Bei Kleinigkeiten  - etwa zu weit in der Mitte fahren, nicht rasch genug von der Ampel wegfahren, unschlüssig über einen Abbiegevorgang sein - unterstellt man den anderen Verkehrsteilnehmer oftmals Absicht. Unerfahrenheit, Gedankenlosigkeit oder Ablenkung steckt jedoch oft dahinter und nicht primär der Plan, den anderen zu  provozieren..."
 
Seidenberger betont: "Soziale Interaktionen sind ein Prozess auf Gegenseitigkeit: Entgegenkommen legt entsprechende Nachsicht nahe, Provokation  - auch vermeintliche - löst manchmal auch Gewalt aus. Was wir anderen Personen unterstellen, hat viel mit unseren persönlichen Erfahrungen und der augenblicklichen Gemütsverfassung zu tun..."