Agrana baut Werke in NÖ weiter aus. Der Nahrungsmittel-Konzern investiert in die Zuckerwerke in Tulln und Leopoldsdorf sowie in das Stärkewerk in Gmünd.

Von Gina Christof. Erstellt am 18. Mai 2015 (08:51)
NOEN, zVg
Agrana-Chef Marihart will die Werke im schwierigen Marktumfeld noch effizienter machen.
„Gerade auch wegen des schwierigen Umfelds, in dem wir uns befinden, investieren wir weiterhin in Erweiterungsprogramme“, sagt Johann Marihart, Generaldirektor der Agrana. Aus- und umgebaut werden sollen so auch drei Werke in NÖ: Tulln, Gmünd und Leopoldsdorf.

In Tulln wird dabei mit einem Investitionsvolumen von 15 Millionen Euro die Melasseentzuckerung ausgebaut. „Melasse ist das, was bei der Zuckerproduktion übrig bleibt und enthält 50 Prozent Zucker“, erklärt Marihart. Nach dem Ausbau, der in diesem Sommer abgeschlossen sein soll, wäre es dann einerseits möglich, aus der Melasse noch einmal 25 Prozent Zucker zu gewinnen. Andererseits könne dadurch auch vermehrt das Nebenprodukt Betain gewonnen werden, das unter anderem als Futtermittel eingesetzt wird. Vier Millionen Euro wurden zudem in den Forschungsstandort in Tulln gesteckt.

"Moderater Mitarbeiterabbau" möglich

„In Gmünd wollen wir die Kindernahrungsproduktion deutlich erhöhen“, meint Marihart. So soll die derzeitige Produktion von rund 5.000 Tonnen Kleinkindernahrung in den nächsten Jahren verdoppelt werden. Insgesamt sechs bis sieben Millionen Euro werden dafür in den nächsten zwei bis drei Jahren in die Sprühtrocknung und die Nassderivateanlage investiert.

Um Energie zu sparen, sollen in Leopoldsdorf rund zehn Millionen Euro in eine neue Eindampf- und Verdampfungsanlage investiert werden. „Wir wollen hier überhaupt entsprechend automatisieren und rationalisieren“, erklärt Marihart. Es könne also zu einem moderaten Mitarbeiterabbau kommen.


Das Jahr 2014

Das vergangene Jahr war für die Agrana vor allem durch einen europaweiten Zuckerpreisverfall geprägt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging so gegenüber 2013 um 27 Prozent auf 121,7 Millionen Euro zurück.

Allein das Segment Zucker sank so anteilig von 29,5 auf 7,4 Prozent hinunter und verzeichnete ein EBIT von 9 Millionen Euro – das ist ein Minus von rund 82 Prozent gegenüber 2013. Leichte Rückgänge wegen Einmaleffekten verzeichnete auch das Segment Frucht.