Rüsselkäfer nagt an künftiger Bilanz. Schädlingsplage wird Konzern bei Zucker ein Minus bescheren. Heuer noch positive Zahlen.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 15. Mai 2018 (00:38)
Agrana
Auf 34,8 Mio. Euro belief sich der Betriebsgewinn im Segment Zucker. Dieses machte damit den geringsten Teil am Gesamtgewinn aus.

Das mögliche Aus der Zuckerfabrik in Leopoldsdorf (Bezirk Gänserndorf) dementierte Johann Marihart, Agrana-Vorstandsvorsitzender, bei der jüngsten Pressekonferenz und wies stattdessen auf eine für den Zucker-, Frucht- und Stärkekonzern äußerst positive Bilanz hin.

So konnte das Ergebnis – laut Marihart „sehr erfreulich“ – in allen Segmenten (Frucht, Stärke und Zucker) verbessert werden. Der Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2017/2018 auf rund 2.566 Mio. Euro, was einem Plus von 0,2 Prozent im Vergleich zum Jahr davor entspricht. Auch die anderen Konzernergebnisse stiegen allesamt (siehe Infos unten).

„Zucker: EBIT wird deutlich zurückgehen“

Ein positiver Trend, der sich im nächsten Jahr vor allem im Segment Zucker nicht fortsetzen wird. „Wir gehen beim Konzern-EBIT für das Geschäftsjahr 2018/19 aufgrund der aktuellen Herausforderungen im Segment Zucker von einem deutlichen Rückgang aus“, so Marihart. In den Segmenten Frucht und Stärke soll aber investiert werden: Rund 170 Mio. Euro fließen in den Ausbau der Produktionskapazitäten im In- und Ausland.

Die heimische Zuckerproduktion sei indes trotz des EU-weiten Verbots einer Gruppe bienenschädlicher Insektizide (Neonicotinoide) nicht gefährdet. Dennoch führe dieses gemeinsam mit niedrigen Zuckerpreisen und der Rüsselkäfer-Plage zu einer „großen Verunsicherung“ bei den Bauern, so Agrana-Vorstand Fritz Gattermayer.

Vor allem im Osten NÖs führte der Rüsselkäfer zu großen Rüben-Ausfällen, sodass mancherorts stattdessen andere Pflanzen angebaut werden. Das Neonicotinoide-Verbot lasse die Produktionskosten für die Rübenbauern jedenfalls steigen, weil jetzt mehr Pflanzenschutzmaßnahmen durchgeführt werden müssen, so Gattermayer. Die Agrana, die in NÖ zwei Zuckerfabriken (Leopoldsdorf und Tulln) betreibt, will das Thema mit den Bauern ab Sommer aufarbeiten und unterstütze jetzt, indem etwa die Kosten für den Pflanzenschutz übernommen werden.