Airbnb sorgt für Probleme. Beschwerden am Semmering wegen Kurzzeit-Mietern seit letztem Sommer.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 15. Mai 2018 (03:38)
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Unter dem Suchbegriff Semmering können einige Wohnungen und Häuser in und um die Gemeinde auf der Online-Vermietungsplattform Airbnb gemietet werden.

„Ihr Ferienhaus steht Ihnen mit seinen ganzen 186 m² alleine zur Verfügung. Der Zauberberg mit seiner Skipiste ist zu Fuß in zehn Minuten erreichbar.“ So oder ähnlich klingen unzählige Beschreibungen von Unterkünften, die über die Buchungsplattform Airbnb vermietet werden. Klingt verlockend? Ist es auch – für potenzielle Mieter, aber auch für die Besitzer solcher Unterkünfte. Dass das Kurzzeit-Vermieten von Wohnungen aber nicht überall auf Gegenliebe stößt, zeigt die Situation am Semmering, von wo der Inseratentext stammt. Dort gibt es seit einem Jahr Beschwerden über Kurzzeit-Mieter.

„Die Beschwerden erhalten wir von älteren Zweitwohnsitzern, die schon 20, 30 Jahre ihre Wohnung haben und plötzlich häufig fremden, jungen Menschen im Wohnhaus begegnen“, erklärt Semmerings Bürgermeister Horst Schröttner. „Da war einiges dabei – von Lärm über die Gegenstromanlage eines Hallenbades, die die ganze Nacht lief, bis zu kaputten Flaschen.“

Verstöße gegen Meldepflicht

Etwa 1.000 Zweitwohnsitzer und 600 Hauptwohnsitzer hat die Gemeinde. „Wir wissen von rund 20 Wohnungen, die hier privat über Onlineplattformen vermietet werden“, so Schröttner. Ebenso viele Beschwerden gebe es pro Jahr.

Laut NÖ Tourismusgesetz besteht für jeden Meldepflicht (siehe Infos unten), der seine Wohnung vermietet. Praktisch passiere das aber nicht, so Schröttner. „Wir fordern Personen gezielt auf, das zu melden.“

Kaum Beschwerden in anderen Regionen

Abgesehen vom Semmering ist das Phänomen Airbnb in Niederösterreich aber keines, das Probleme zu verursachen scheint. In den Städten St. Pölten, Wiener Neustadt, Melk und Krems seien Beschwerden aufgrund von privatvermieteten Wohnungen via Airbnb kein Thema, so der Tenor der Gemeindevertreter auf Nachfrage der NÖN. Vermietet wird aber auch in diesen Regionen. Dass der Abgaben- und Meldepflicht kaum nachgekommen wird, bestätigt auch das Tourismusinformationsbüro St. Pölten.

Laut Mario Pulker, Gastronomie-Fachverbandsobmann in der Wirtschaftskammer Österreich, seien zu dem Thema interessanterweise bisher noch keine Beschwerden von Gastronomiebetrieben an ihn herangetragen worden. Das Land NÖ hat Anfang 2017 eine Novelle des erwähnten NÖ Tourismusgesetzes beschlossen, in dem auch bei Überlassung von Privatunterkünften Nächtigungstaxe von den Beherbergern einzuheben ist.

"Für alle müssen die gleichen Regelungen gelten"

VP-Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav ist Plattformen wie Airbnb grundsätzlich positiv eingestellt: „Nur müssen für alle die gleichen Regelungen gelten, deswegen haben wir die Novelle zum Tourismusgesetz initiiert. Es darf nicht dazu kommen, dass gewerbliche Unterkunftsgeber schlechter gestellt sind.“