Airport wälzt Immo-Pläne. Ausblick / Flugpistensanierung startet am 8. April. In Überlegung: dritte Piste bis 2021, drei neue Hotelprojekte, weitere Büroflächen, Terminal 2-Neubau, Logistikpark in Fischamend.

Erstellt am 24. März 2013 (15:48)
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Für heuer erwartet der Flughafen Wien-Schwechat nur ein schwaches Passagierwachstum von 1 bis 2 Prozent (2012: 5 Prozent).zVg
Von Heinz Bidner

„Wir müssen in Zukunft noch besser werden, weil große Investitionen bevorstehen“, sagt Flughafen Wien AG-Vorstand Günther Ofner. Dabei blicken er und sein Vorstandskollege Julian Jäger auf eine gute Bilanz 2012 zurück. So kletterte das Konzernergebnis –  allerdings nach starken Wertberichtigungen und Einmaleffekten im Jahr 2011 – um 127,5 Prozent auf 71,9 Millionen Euro. Die Mitarbeiterzahl schrumpfte um 4,3 Prozent auf 4.306.

An Investitionen steht in den nächsten Jahren in Schwechat ein dichtes Programm bevor. Für heuer sind 115 Millionen Euro vorgesehen. Größter Brocken ist die Sanierung einer der beiden Pisten von 8. April bis 26. Mai, die auch für veränderte Lärmbelastungen sorgen wird. Der milliardenschwere Neubau der dritten Piste kann aus jetziger Sicht frühestens 2021 abgeschlossen werden, sofern der Bedarf gegeben sein wird.

Zudem versucht der Flughafen, im Immobilienbereich zusätzliche Einnahmen zu lukrieren. Einerseits soll ein Low-Budget-Hotel mit 500 Betten entstehen. Dafür gibt es bereits ein Dutzend Bewerber. Im Spätherbst soll eine Shortlist dieser möglichen Betreiber oder Investoren vorliegen.

Denkbar wären – je nach Verkehrsentwicklung der nächsten Jahre – noch zwei weitere Hotels. Auf Fünf-Jahressicht sollen auch neue Büroangebote entstehen, sagt Ofner.

Verhandelt wird auch über die Zukunft der ehemaligen Ebenseer-Gründe, die auf Fischamender Gemeindegebiet liegen. Die seit Jahren brachliegende 14-Hektar-Fläche würde sich etwa für einen Logistikpark eignen, meint Ofner. Zur Diskussion steht ein Verkauf (der Verkehrswert liegt bei rund 14 Millionen Euro) oder ein Joint Venture. Verhandelt wird bereits mit der NÖ-Wirtschaftsagentur ecoplus. „Bis Herbst soll eine Entscheidung fallen“, rechnet Günther Ofner.

Weiterhin unklar ist, wie es mit Check-In-2 weitergehen wird. Frühestens im September soll im Aufsichtsrat besprochen werden, ob das Gebäude abgerissen und neu gebaut oder nur saniert wird, so Ofner. Geplant ist jedenfalls eine weitere Aufstockung der Verkaufsflächen in diesem Terminal.

Juristische Gefechte noch nicht zu Ende 

 

Aber auch im rechtlichen Bereich hat der Flughafen noch Kämpfe auszufechten. Einerseits laufen noch Schlichtungsverfahren rund um die Kostenexplosion des im Vorjahr eröffneten Terminals Check-In-3 („Skylink“), der voraussichtlich unter 740 Millionen Euro liegen dürfte. „Es stockt einem der Atem, in welcher Weise der Flughafen betrogen worden ist“, meint Ofner. Sollten die Schlichtungsverfahren bis Sommer keine Ergebnisse bringen, werde man den Klagsweg beschreiten.

Im Clinch liegt der Flughafen auch mit Ex-Vorstand Ernest Gabmann. Die Standpunkte des Flughafens und seines Aufsichtsrates haben sich dabei nicht geändert, so Ofner: „Es gibt keine Ansprüche auf einen Konsulentenvertrag für Kollegen Gabmann.“ Es werde daher keine Zahlungen geben. Nun wartet man auf den Ausgang des Gerichtsverfahrens.