AIT: Mit KI und grünen Städten in die Zukunft. Das Austrian Institute of Technology mit Standorten in Seibersdorf, Tulln und Wiener Neustadt will sich den großen Herausforderungen der Zukunft stellen.

Von Maria Prchal. Erstellt am 05. Mai 2021 (18:07)
Das Land Niederösterreich kooperiert stark mit dem AIT. Angela Sessitsch, Head of Competence Unit Bioresources; Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Hannes Androsch, AIT-Aufsichtsratsvorsitzender und Wirtschafts-Landesrat Mag. Jochen Danninger trafen erst im April das letzte Mal zusammen.
Usercontent, AIT/APA-Fotoservice/Juhasz

Österreichs größte "Research and Technology"-Organisation präsentierte seine Jahresbilanz und neue Vorhaben. Das Austrian Institute of Technology (AIT) stellt sich den großen Fragen der Zukunft: der Digitalisierung, den Folgen von Covid 19, der Dekarbonisierung sowie einer alternden Gesellschaft, berichtet Managing Direktor Anton Plimon. Die packt das Unternehmen mit Potenzial aus Niederösterreich an: An den Standorten in Seibersdorf, Tulln und Wiener Neustadt arbeiten gut 30 Prozent aller AIT-Mitarbeitenden.

Trotz Covid ist das Unternehmen mit seiner Jahresbilanz zufrieden und sieht sich als "krisenfest". Die Betriebsleistung lag 2020 bei 161,25 Millionen Euro (2019 waren es 162,9 Millionen). Bei den Erlösen aus der Auftragsforschung gelang es sogar, die Erlöse leicht über das Vorjahresniveau zu steigern (+0,1 Millionen).

Prioritäten bis 2023

Digital Resilient Cities: Maßnahmen gegen den Klimawandel, die Neugestaltung von Mobilitätssystemen und eine intensivere Bürgerbeteiligung sollen die Zukunft der Städte prägen. Dafür nutzt AIT Simulations- und Visualisierungsverfahren. "Dadurch ist eine noch nie vorher dagewesene Planung möglich. Ein Knopfdruck und ich sehe genau, wie sich eine Maßnahme auswirken würde", erklärt Plimon.

Advanced Technologies for Low Emission Transport:  Das AIT möchte sich verstärkt mit emissionsarmen Transporttechnologien beschäftigen. Das umfasst im Besonderen den elektrischen Antrieb von Fahrzeugen einschließlich der Entwicklung neuartiger Batterietechnologien sowie die Entwicklung von Leichtmetallwerkstoffen und Verarbeitungsverfahren für Leichtbauteile.

Nachhaltige Energiesysteme:  Die verschiedenen Sektoren der Energieproduktion und -verwendung müssten zusammengedacht werden. Das funktioniert durch einen systemischen Ansatz, der verstärkt digitale Technologien (Simulation, Data Analytics) nutzt.

 AI-enabled Sustainable Automation and Robotics : Innovative Automatisierungskonzepte machen die Güterproduktion flexibler, robuster, produktiver, sicherer und effizienter. Dafür werden fortgeschrittene Methoden der Künstlichen Intelligenz in Kombination mit Daten- und Bildverarbeitung, Sensorfusion und Modellierung genutzt. Zukünftige Automatisierungssysteme ersetzen den Menschen nicht, sondern zielen auf eine bessere Kollaboration zwischen Mensch und Maschine ab („Industrie 5.0“). "Die IT muss zum Menschen kommen", sagt Plimon.

Innovation aus Niederösterreich

Vor allem Seibersdorf und Tulln seien unverzichtbare Standorte für die neue AIT-Strategie, so das Unternehmen.

In Seibersdorf angesiedelt sind

•Seibersdorf Labor GmbH (Seibersdorf Laboratories)

•Nuclear Engineering Seibersdorf GmbH (NES)

•Technologie- und Forschungszentrum Seibersdorf (TFZ Seibersdorf)

•IAEA Laboratories Seibersdorf (Vereinte Nationen UNO)

•The Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty (CTBTO)-Labor

Am Standort Tulln finden sich das

•Technologie- und Forschungszentrum Tulln

•AIT Center for Health & Bioresources, Competence Unit Bioresources

Und in Wiener Neustadt das

•AIT Center for Health & Bioresources, Competence Unit Biomedical System