AK: Weiter wenig Frauen in Führungsetage. Frauen sind laut einer Studie der Arbeiterkammer Wien in der Führungsetage weiterhin unterrepräsentiert. Im Vorstand der österreichischen Top-200 Unternehmen sind nur 5,1 Prozent Frauen vertreten, in den Aufsichtsräten liegt der Anteil bei 11,2 Prozent.

Erstellt am 01. März 2012 (14:17)

Die AK pocht daher u.a. auf die Einführung einer gesetzlichen Geschlechterquote von 40 Prozent bei der Besetzung von Aufsichtsratsmandaten.

In den Geschäftsführungen der Top-200 Unternehmen liegt der Frauenanteil bei lediglich 5,1 Prozent. Nur jeder neunte Aufsichtsratsposten ist weiblich besetzt. Der Anteil hat sich im Vergleich zum Vorjahr geringfügig von 10,3 Prozent auf 11,2 Prozent erhöht. In fast der Hälfte der Unternehmen (43,7 Prozent) ist weder im Aufsichtsrat noch im Vorstand eine Frau vertreten, hieß es in einer Aussendung am Donnerstag. Bei den börsenotierten Unternehmen liegt der Frauenanteil sogar unter dem Durchschnitt der Top-200. Hier werden nur vier Frauen (1,7 Prozent) im Vorstand und 9,4 Prozent Mandatsträgerinnen im Aufsichtsrat gezählt. In jedem zweiten Unternehmen findet sich weder im Vorstand noch im Aufsichtsrat eine Frau.

Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel kritisierte: "Es kann nicht sein, dass das österreichische Top-Management im Jahr 2012 immer noch einer männlichen Monokultur entspricht." Trotz öffentlicher Diskussion und Versprechen seitens der Unternehmen habe sich an der Männerdominanz in den Führungsetagen nichts geändert, meinte Tumpel. Die AK fordert daher die Einführung einer gesetzlichen Frauen-Quote von 40 Prozent im Aufsichtsrat. Bei Nichteinhaltung sollten spürbare Strafen und eine Eintragung im Firmenbuch drohen.

Auch Frauenministerin Heinisch-Hosek stellte in einer Aussendung fest, dass der Corporate Governance Kodex wirkungslos sei: "Was es braucht, sind konkrete Zielvorgaben und verpflichtende Maßnahmen wie etwa eine Quote für Aufsichtsräte. Denn die Lippenbekenntnisse der Wirtschaft bringen uns nicht weiter."