Hilfe bei hohen Energiekosten und Internet-Betrug

Erstellt am 20. Januar 2022 | 14:03
Lesezeit: 3 Min
AKNÖ Konsumentenschutz
Gefahren im Internet, explodierende Energiepreise: AKNÖ-Präsident Markus Wieser und AKNÖ-Direktorin Bettina Heise präsentierten die Bilanz der Arbeiterkammer-Konsumentenberatung 2021.
Foto: Georges Schneider
Fallen im Internet bis hin zu Nepp mit Kryptowährungen, stornierte Reisen und zuletzt vor allem steigende Energie-Preise haben die Konsumentenberatung der Arbeiterkammer NÖ im vergangenen Jahr beschäftigt. 38.100 Mal haben die AKNÖ-Experten beraten. Präsident Markus Wieser fordert eine temporäre Senkung der Umsatzsteuer auf Strom und Gas und einen Abschaltverzicht bis zum Frühjahr.
Werbung

Eigentlich wollte er sein Einkommen aufbessern. Coaching-Videos in Sozialen Medien versprachen schnelles Geld. Doch schließlich endete ein Niederösterreicher mit einem für ihn teuren Vertrag: 2.400 Euro sollte ihn ein Kurs kosten. Der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer NÖ hat erfolgreich interveniert. Insgesamt 38.100 Mal haben die AKNÖ-Konsumentenschützer im Vorjahr Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher beraten. Die digitalen Fallen im Netz sind dabei ein Thema, das immer mehr beschäftigt: Immer professioneller aussehende unseriöse Online-Shops, die den durch Corona befeuerten Trend zum Einkauf im Netz ausnutzen, Plattformen die den schnellen Gewinn mit Kryptowährungen versprechen oder Fallen wie gefälschte Paketzustellungs-SMS  sorgten für viel Beratungsbedarf 2021.

Energiepreise machen Menschen gerade zu schaffen

Neben Beratungen zu hohen Überziehungszinsen für Girokonto und gekündigten Leasingverträgen ist vor allem zum Ende des Jahres das Thema Wohnen ein großes. Mit 8.641 gab es dazu insgesamt die meisten Beratungen. Oft seien Kostenvoranschläge beim Bauen nicht eingehalten worden, dazu sogten Lieferschwierigkeiten häufig für Probleme. Kein Thema beschäftige die Menschen allerdings aktuell so sehr wie die stark gestiegenen Energiepreise, erklärte AKNÖ-Präsident Markus Wieser: "Betroffene berichten zum Teil vom doppelten Betrag für das Quartal. Es muss sichergestellt sein, dass sie nicht mitten in der kalten Jahreszeit ohne Strom und Heizung dastehen“, betonte er. Der Appell geht vor allem an "dubiose Energiehändler, die zuerst mit Dumping-Preisen geworben haben und jetzt ihre Lieferverträge nicht einhalten". Wieser fordert daher von allen Energieanbietern einen Abschaltverzicht bis zum Frühjahr. Außerdem brauche es höhere Heizkostenzuschüsse und eine temporäre Senkung der Umsatzsteuer für Strom und Gas auf zehn Prozent, so Wieser.

AKNÖ setzt auf Telefontermine und Prävention

Die Konsumenten beraten hat die Arbeitkammer NÖ angepasst an die Corona-Situation vor allem telefonisch. 31.500 Mal griffen die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher zum Hörer. Besonders bewährt habe sich dabei die Möglichkeit, Telefonberatungstermine im Vorhinein online zu buchen. Unterlagen konnten im Zuge dessen hochgeladen werden. 1.200 Gespräche wurden persönlich geführt, 5.400 Mal schriftlich beraten. Bewährt hat sich auch die Zusammenarbeit mit Landeskriminalamt., bei der gemeinsam auf Gefahren und Betrügereien im Internet aufmerksam gemacht wird. „Gerade in diesem Bereich geht es in hohem Maße um Aufklärung und Prävention. Ist der Schaden erst einmal passiert, ist es oft schwer, verlorenes Geld zurückzuholen“, sagt AKNÖ-Direktorin Bettina Heise. Informationen suchten die Menschen auch auf der Website Arbeiterkammer. Allein der Bereich Konsumentenschutz verzeichnete 255.000 Zugriffe im Jahr 2021 und damit um zehn Prozent mehr als im Jahr davor.