Algenproduktion startet bald. Im März 2018 wird die erste Algenernte in Bruck erwartet. Neue Aktien werden ausgegeben.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 15. August 2017 (01:16)
Valentin Brandes
Das Jahr 2019 wird laut Plan das erste komplette Jahr, in dem in Bruck/Leitha von der ecoduna AG Algen produziert werden. Ein Umsatz von neun bis zehn Millionen Euro wird erwartet.

Es wird Ernst in Sachen Algenproduktion in Niederösterreich. In Bruck/Leitha entsteht ja aktuell die industrielle Produktion von Mikroalgen der Firma ecoduna. Die ecoduna AG hat in den vergangenen Jahren die weltweit erste, kontinuierlich produzierende Zuchtanlage für Mikroalgen entwickelt. Jetzt gibt das Unternehmen zum dritten Mal Aktien aus, um den Bau der Produktion bis Ende 2018 zu finanzieren.

Von 28. August bis 22. September gibt die ecoduna AG neue Aktien zu einem Stückpreis von je sechs Euro aus. Durch diese Kapitalerhöhung sollen drei Millionen Euro hereinkommen, eine weitere Million über Großinvestoren. Es gebe genügend Interessenten, so Silvia Fluch, ecoduna-COO. Aktuell hält das Unternehmen bei 400 Aktionären.

Die Produktion steht in Bruck/Leitha bereits in den Startlöchern. Am Mittwoch, 16. August, geht die Gleichenfeier des Baus über die Bühne. Die Produktion soll im Dezember 2017 starten. „In einem ersten Schritt verkaufen wir die Algen selbst“, erklärt Fluch. „In einem zweiten Schritt wollen wir das Omega 3 selbst extrahieren und das Öl verkaufen. Hier warten wir aber noch auf die Zulassung“, so Fluch. Mitte bis Ende 2018 soll es so weit sein. Kunden von ecoduna werden Kosmetik- und Nahrungsergänzungsmittelhersteller sein.

Weiterer Ausbau ist möglich

Was die Zukunft angeht, hat die ecoduna AG schon sehr viel weiter als bis zum Jahr 2018 gedacht. Das Unternehmen hat sich auch die Möglichkeit gesichert, die aktuelle Produktionsfläche von einem Hektar um weitere zwei Hektar auszudehnen. „Wir haben eine Option auf das Grundstück“, sagt Fluch. Im Jahr 2020 soll entschieden werden, ob diese Fläche dazugekauft und die Produktion vergrößert werden soll. Bis zum Jahr 2020 werden daher laut Plan auch keine Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet.

Wird die Produktion tatsächlich auf insgesamt drei Hektar ausgedehnt, ist in Bruck/Leitha keine weitere Vergrößerung mehr möglich. Dann werde man sich überlegen, ob ein weiterer Standort im In- und Ausland folgen soll oder eventuell auch Lizenzverträge ausgegeben werden, so Fluch. Parallel zur anlaufenden Produktion jedenfalls werde auch die Technologie weiterentwickelt, erklärt Silvia Fluch. „Auch, um die nächsten zwei Hektar günstiger bauen zu können.“

Ab dem Jahr 2019, dem ersten „vollen“ Produktionsjahr, will Ecoduna einen Umsatz von neun bis zehn Millionen Euro und einen Gewinn von 4,5 Millionen Euro erwirtschaften. Pro Jahr sollen 100 Tonnen Algen produziert werden. Die erste Ernte soll es im März 2018 geben.

Insgesamt hat die ecoduna AG in die Algenproduktion 18 Millionen Euro investiert. Dies wurde über Banken, Landesförderungen, Aktien und aus Eigenmitteln finanziert.