Alpine-Betriebsrat erleichtert über Schuldenerlass. Am Tag nach der Bekanntgabe der vorläufigen Rettung des zweitgrößten österreichischen Baukonzerns Alpine hat sich Betriebsratschef Hermann Haneder erleichtert über den Schuldenerlass gezeigt.

Erstellt am 04. März 2013 (11:36)

In den letzten Wochen, als die Verhandlungen mit den Gläubigern auf Hochtouren liefen, sei die Unsicherheit auf den Baustellen groß gewesen. "Die Angst war ein Wahnsinn", meinte Haneder am Montag. Ob die am Sonntag in buchstäblich letzter Minute ausverhandelte Lösung mit Bund und Banken einer Rettung gleichkomme, vermochte er allerdings nicht zu sagen. "Da bin ich ein bisschen vorsichtig", so Haneder, auch Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich. Dennoch ist er über den Ausgang der Verhandlungen "sehr dankbar". Formell unter Dach und Fach gebracht werden soll die Restrukturierungsvereinbarung in den nächsten Tagen.

Hätte es am Sonntag keine Einigung gegeben, wäre der Konzern Verhandlungskreisen zufolge de facto am Montag zahlungsunfähig gewesen, ein Stillhalteabkommen der Gläubigerbanken war in der Nacht auf Freitag ausgelaufen. Im Falle einer Insolvenz stünden nicht nur die Jobs der weltweit 15.000 Alpine-Mitarbeiter auf dem Spiel, sondern auch die rund 1.300 Zulieferfirmen der Alpine "hätten ein Problem gekriegt", so der Betriebsratschef. "Der volkswirtschaftliche Schaden ist abgewendet."

Mit dem Schuldennachlass der Banken im Ausmaß von 30 Prozent - die Bankverbindlichkeiten belaufen sich auf rund 600 Mio. Euro - ist es aber lange noch nicht getan. Das Sanierungskonzept der Alpine sieht vor, dass der Konzern 2015 wieder schwarze Zahlen schreibt. Um dies zu erreichen, muss die spanische Mutter Geld einschießen, weiters müssen Tochterfirmen verkauft werden. Die Bauleistung des Konzerns soll bis dahin laut Unternehmenschef Josef Schultheis von zuletzt 3,5 Mrd. auf 2 Mrd. Euro schrumpfen, die Zahl der Mitarbeiter von 15.000 auf 9.000 bis 10.000 Personen zurückgehen.