Alpine-Zentralbetriebsversammlung gestartet. Bei der zweitägigen Versammlung des gesamten Zentral-Betriebsrats der Alpine Bau GmbH mit 50 Alpine-Mitarbeitern und 20 Experten werden 30 weitere Betriebsversammlungen geplant. Bei diesen ist es dann das Ziel "sämtliche offenen Forderungen der 4.905 Mitarbeiter gegenüber dem Insolvenzfonds in den kommenden Wochen schriftlich aufzunehmen", so der Chef der Gewerkschaft Bau-Holz, Josef Muchitsch.

Erstellt am 25. Juni 2013 (17:23)

Auch Bundeskanzler Faymann schaute vorbei. Die Betriebsräte appellierten laut einer Aussendung an den Kanzler, "alles zu tun, damit es in Zukunft bei den Auftragsvergaben Lösungen für regionale, also österreichische, Vergaben gibt". Bei den Vergaben solle zudem auf "Qualitäts- und Beschäftigungskriterien wie etwa Lehrlinge oder ältere Arbeitnehmer oberste Priorität haben, aber nicht der niedrigste Preis".

Der Zentralbetriebsrat tagt auch noch am Mittwoch in einem Seminarhotel am Semmering. Die Experten, die der Versammlung beiwohnen, sind unter anderem vom Arbeitsmarktservice und von der Insolvenzabteilung der Arbeiterkammer, so Muchitsch.

Insgesamt gebe es "unzählige Anfragen beim Alpine-Masseverwalter betreffend die Übernahme von Baustellen. Vor allem sind aber auch die möglichen Länderlösungen in Prüfung des Masseverwalters", so der Gewerkschafter.

Die Großbaustelle Wiener Hauptbahnhof ist nach Angaben der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) von der Insolvenz des Baukonzerns Alpine nicht betroffen. "Am Hauptbahnhof wird jeden Tag weitergebaut", erläuterte ÖBB-Sprecher Michael Braun auf Anfrage der APA. Die Alpine Bau sei am Hauptbahnhof in einem Konsortium mit den Baukonzernen Strabag, Porr sowie Pittel & Brausewetter beteiligt.

Da es über die Bauleistung eine Solidarhaftung gebe, müssen die anderen Konsortialpartner entsprechend einspringen. Die anderen Baufirmen seien bereits von den ÖBB angeschrieben worden, dass diese Vertragsklauseln angewendet werden.