Anzeigen wegen Boni und Immos im Telekom-Skandal. Der Skandal rund um die Kursmanipulation bei der börsenotierten Telekom Austria weitet sich aus. "Ich bin über die Situation schockiert", eröffnete CEO Hannes Ametsreiter am Mittwoch die Halbjahresbilanzpressekonferenz in Wien. Der heutige Vorstand habe aber mit den "Malversationen" von 2004 nichts zu tun, versicherte er.

Erstellt am 17. August 2011 (14:36)

Der Skandal rund um die Kursmanipulation bei der börsenotierten Telekom Austria weitet sich aus. "Ich bin über die Situation schockiert", eröffnete CEO Hannes Ametsreiter am Mittwoch die Halbjahresbilanzpressekonferenz in Wien. Der heutige Vorstand habe aber mit den "Malversationen" von 2004 nichts zu tun, versicherte er.

Dass er selber seinen damals als Marketingleiter erhaltenen 92.000 Euro-Bonus auf ein Treuhandkonto eingezahlt habe, sei "kein Schuldeingeständnis". Mittlerweile wurden in der Kursaffäre und wegen "Malversationen" bei Immobiliengeschäften Anzeigen eingebracht, wegen der Telekom-Geschäften mit Peter Hocheggers Valora ist das Unternehmen nun Privatbeteiligter im Strafverfahren gegen Hochegger, Walter Meischberger und Ex-Finanzminister Grasser rund um die Buwog.

Bei der Aktienmanipulation werde man gegen Vize-Finanzvorstand Gernot Schieszler und Festnetzvorstand Rudolf Fischer sowie den früheren Geschäftskundenleiter Josef Trimmel "die vollen Schadenersatzansprüche" geltend machen, also auf 9 Mio. Euro Schadenersatz klagen. Anzeigen gegen Ex-CEO Heinz Sundt und gegen Ex-Finanzvorstand Stefano Colombo würden geprüft, bestätigte Ametsreiter. Beide bestreiten die Vorwürfe. Die Bonuszahlungen von insgesamt 9 Millionen Euro an 100 damalige Telekom-Manager will der Konzern offenbar wiederhaben.

Die Grüne Telekom-Bereichssprecherin Moser forderte die Staatsanwaltschaft dazu auf, nicht nur bei den Bonuszahlungen, sondern auch bei den Immobiliendeals der Telekom tätig zu werden. Diese Forderung richtete die Grüne auch an Ametsreiter. Moser erneuerte eine alte Forderung der Grünen nach einer Prüfbefugnis des Rechnungshofes, wenn die staatliche Hand mehr als 25 Prozent an einem Unternehmen hält. "Wenn betriebsinterne Kontrollen versagen, wäre das sinnvoll", meinte sie.

Wie das Magazin "News" heute vorab berichtet, erhielt auch der Lobbyist und Ex-FPÖ-Politiker Walter Meischberger von den Aufträgen der Telekom an Hochegger in Höhe von rund neun Millionen Euro als Subauftragnehmer 900.000 Euro. Meischberger bestätigte gegenüber "News", er sei "indirekt" für die Telekom tätig gewesen. Zur Höhe der Honorare von 900.000 Euro meint Meischberger, "das kann sein. Aber die Summe habe ich nicht im Kopf".