Gesundheit: Vorschläge am Handy. Das Start-Up XUND will eine seriöse Alternative zu „Dr. Google“ darstellen. Noch im Juni wird es die App für Apple-Nutzer geben.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 17. Juni 2020 (03:55)
Die XUND-App gibt je nach Krankheitssymptomen Handlungsempfehlungen. Noch im Juni wird sie für Apple-Nutzer erhältlich sein.
XUND

Eine App, die mit den aktuellen Krankheitssymptomen des Nutzers gefüttert wird und im Anschluss daran Handlungsempfehlungen an die Nutzer ausgibt. Und das bei völliger Datensicherheit – denn die Daten werden nicht direkt in der App gespeichert. Ein persönlicher Gesundheitsassistent also, gestützt von Künstlicher Intelligenz, der eine seriöse und sinnvolle Alternative zu „Dr. Google“ sein soll.

Diese Vision verfolgen Lukas Seper und seinen beiden Kollegen Tamás Petrovics und Zoltán Tarabo, die 2018 die App „XUND“ gegründet haben. „Wir kennen uns seit mehr als 20 Jahren, sind quasi ein Familienunternehmen“, erklärt der in Korneuburg geborene Seper. Interessant: Der Wille zum Gründen war vor der eigentlichen Idee da. „Wir wollten gemeinsam gründen und etwas wirklich Sinnvolles machen. Wir haben dann im Gesundheitsbereich das größte Potenzial gesehen“, erzählt Seper.

Digitale Gesundheitsleistungen können System entlasten

Die XUND-App beantwortet auf Basis von vor allem der eingespielten Fachliteratur den Usern die Frage, welche Krankheiten sie mit den jeweiligen Symptomen haben könnten – und gibt Handlungsempfehlungen, an welche Gesundheitseinrichtung der User sich wenden solle. Der Sitz des Unternehmens ist Wien.

Aktuell hat die Corona-Krise zwar Entwicklungen bei der App verzögert. Aber: „Es ist klar geworden, dass Tools wie unseres und digitale Gesundheitsleistungen in der Post-Covid-Ära helfen können, das System zu entlasten“, so Seper.

Der gebürtige Korneuburger Lukas Seper ist Co-Gründer von XUND.
S. Jurka

Heuer wird die XUND-App noch Fahrt aufnehmen: Im Juni soll die App für Apple-User erhältlich sein, im Herbst für Android. Die App wird für die Nutzer kostenfrei sein, monetarisieren will XUND die verknüpften Dienstleistungen. Erhältlich wird die App vorerst in Deutsch und Englisch sein, in einem nächsten Schritt sollen Sprachen der Nachbarstaaten – etwa Ungarisch und Italienisch – sowie von für die Gründer strategischen Märkten wie Polnisch hinzukommen. „Wir sehen großes Potenzial im osteuropäischen Markt“, erklärt Seper.

Außerdem arbeiten die Gründer an einer webbasierten Lösung, die als Unterstützung der Gesundheitshotline 1450 dienen könnte – Gespräche mit dem Ministerium und der Stadt Wien seien am Laufen, so Seper. Auch für etwa Versicherungen und Gesundheitseinrichtungen könnte eine Webversion von XUND interessant sein.