App soll helfen, die Arbeit in der Firma zu lassen. Ein Forschungsteam der FH Wiener Neustadt untersuchte die verschwimmenden Grenzen von Arbeit und Freizeit. Bis März soll es eine App geben, die dabei hilft, die Lebensbereiche zu trennen.

Von Fabiola Noll und Lisa Röhrer. Erstellt am 27. Oktober 2020 (09:33)
Symbolbild
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Homeoffice, Smartphones und ständige Erreichbarkeit: Die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verschwinden. Die Fachhochschule Wiener Neustadt hat das zum Anlass für ein Forschungsprojekt genommen. Nun soll eine App entwickelt werden, mit der Arbeitnehmer dafür sorgen können, dass die Arbeit im Büro bleibt. 

Im Rahmen von 40 Interviews mit niederösterreichischen Arbeitnehmern thematisierte das Forschungsteam den Umgang mit der ständigen digitalen Erreichbarkeit und erarbeitete individuelle Lösungsansätze. Einige der Befragten hätten berichtet, dass ihre Strategie im Umgang mit Entgrenzung auf Zeitmanagement abzielen würde. Die klare Abgrenzung zwischen Arbeitszeit und Freizeit wäre vielen sehr wichtig. Hinterfragt wurden auch die Angewohnheiten in Bezug auf die Handynutzung. Ein Diensthandy lässt sich einfach abschalten, aber viele hätten kein Diensthandy und würden das private Gerät für berufliche Angelegenheiten nutzen, erfuhren die Forscher.

 Zusätzlich denken viele Arbeitnehmer, es werde von ihnen erwartet in ihrer Freizeit erreichbar zu sein und etwa im Urlaub oder im Krankenstand berufliche E-Mails zu bearbeiten.  

Ab Frühling soll die App erhältlich sein

Helfen soll dabei eine App, die das Forschungsteam der FH Wiener Neustadt gemeinsam mit der Arbeiterkammer Niederösterreich und der FOTEC erarbeitet. Die Funktionen sind noch nicht vollständig ausgearbeitet, sagt Projektleiterin Karin Wegenstein. Einige Funktionen stehen aber schon fest. So soll die App etwa ein Portal beinhalten, mit dem es möglich ist, berufliche Kontakte von privaten zu trennen. Wird man in der Freizeit kontaktiert, wird das dann etwa direkt an die Mailbox weitergeleitet. 

Details werden in den kommenden Monaten entwickelt. Bis März soll die App fertig sein.