AK-NÖ erstritt 46 Millionen. Im Corona-Jahr 2020 nutzten rund 190.000 NÖ-Beschäftige die Arbeits- und Sozialberatung der AK-NÖ. Das sind 40.000 mehr als im Jahr davor.

Von Ondrej Svatos. Erstellt am 04. Februar 2021 (17:30)
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Die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) zog Bilanz über das Corona-Jahr 2020: Insgesamt nutzten rund 190.000 NÖ-Beschäftige die Arbeits- und Sozialberatung der AK-NÖ im Vorjahr. Das entspricht fast jeder dritten Arbeitnehmerin bzw. jedem dritten Arbeitnehmer in Niederösterreich, sagt AKNÖ-Präsident Markus Wieser bei der Präsentation der Beratungs-Bilanz in St. Pölten.

"Kurzarbeit”, „einvernehmliche Kündigung“ und „Auflösung mit Wiedereinstellungszusage“

Mit Fragen wie „Was heißt Kurzarbeit?”, „Was bedeutet einvernehmliche Kündigung?“ und „Was passiert bei einer Auflösung mit Wiedereinstellungszusage?“ wandten sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an die AKNÖ im Krisenjahr 2020. Um den Ansturm von einen Tag auf den anderen Ende März zu meistern, musste die AKNÖ ihre Personalkapazitäten aufstocken.

Im AKNÖ-Callcenter, wo vor der Corona-Krise vier bis acht Telefonistinnen und Telefonisten saßen, nehmen derzeit über 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unzählige Anrufe entgegen, sagte AKNÖ-Bezirksstellenleiter Thomas Kaindl. So gelang es der AKNÖ 46 Millionen Euro an berechtigten Ansprüchen für ihre Mitglieder zu erkämpfen.

In vielen Fällen war aber auch das geschulte Personal der AKNÖ ratlos, denn wie Doris Rauscher-Kalod, Abteilungsleiterin Arbeits- und Sozialrecht schildert: „Wir haben die Gesetze relativ spät nach den Ankündigungen erhalten, um sie überprüfen zu können. Ich erinnere mich an Verordnungen, die ab Montag gegolten haben, aber erst am Sonntag in der Nacht kundgemacht wurden“. Es sei dem AK-Personal sehr unangenehm gewesen, den Hilfssuchenden mit Worten: „warten Sie noch ein bisschen, wir warten auf die Kundmachung des Gesetzes“ nicht weiterhelfen zu können.

Alte, neue AK-NÖ Forderung: 1.000 Euro Gutscheinheft

Das Ende der Krise sei noch in weiter Ferne, sagt Wieser. Um die Wirtschaft wieder ankurbeln zu können, müsse man die Kaufkraft steigern. Deshalb wiederholte Wieser seine Forderung an die Bundesregierung ein Gutscheinheft über 1.000 Euro für jeden Haushalt einzuführen. 100 Gutscheine zu je 10 Euro könnten so in der regionalen Wirtschaft eingelöst werden . “Allein in Niederösterreich würden 730.000 Haushalte davon profitieren“, sagt Wieser.