Neun Prozent mehr Jobsuchende. Der Arbeitsmarkt kommt nicht zur Ruhe. Trotz leichtem Anstieg der Beschäftigten kletterte die Zahl der Jobsuchenden auf knapp 58.500 Personen. Im internationalen Vergleich ist das aber immer noch günstig.

Von Heinz Bidner. Erstellt am 01. August 2014 (13:28)
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Der verhaltene Wirtschaftsaufschwung reicht weiter nicht, um die stark zunehmende Zahl an Jobsuchenden aufzufangen. Ende Juli waren beim Arbeitsmarktservice (AMS) NÖ 49.593 Personen als arbeitslos vorgemerkt – um 10,2 Prozent mehr als im Jahr davor.
Dazu kommen noch 8.878 Schulungsteilnehmer (plus 3,5 Prozent), die offiziell nicht als arbeitslos gezählt werden.

Insgesamt waren damit 58.471 Niederösterreicher ohne Job - das ist ein Plus von 9,1 Prozent.
Umgekehrt ist die Zahl der unselbstständig Beschäftigten neuerlich leicht gestiegen – und zwar um geschätzte 0,8 Prozent auf etwa 601.000 Personen. Die Arbeitslosenquote in NÖ kletterte damit auf 7,6 Prozent (bundesweit auf 7,3 Prozent).

Wachsender Sockel an Langzeitarbeitslosen

„Im Laufe des Jahres hat sich ein Potenzial an Arbeitslosen aufgebaut, das immer schwerer in Arbeit gebracht werden kann“, weiß AMS-NÖ-Chef Karl Fakler. Besonders von Arbeitslosigkeit betroffen sind Über-50-Jährige (plus 17,3 Prozent) sowie Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen (plus 29,9 Prozent). „Die Neuzugänge in die Arbeitslosigkeit sind aktuell weniger das Problem als der wachsende Sockel und die Langzeitarbeitslosigkeit“, sagt Karl Fakler.

„Dass die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren mit minus 3,5 Prozent weiterhin rücklaufig ist, ist ein positiver Aspekt“, ergänzt der für den Jobmarkt zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka (VP). Die Zahlen würden aber zeigen, dass man das Augenmerk nun auf die älteren Arbeitslosen legen müsse.

„Wir entwickeln daher für diese Zielgruppe maßgeschneiderte Programme, die auch die regionalen Gegebenheiten berücksichtigen. Denn es zeigt sich deutlich, dass Menschen über 50 doppelt so lange brauchen, um wieder einen Arbeitsplatz zu finden“, weiß Sobotka.

Arbeitslosigkeit im internationalen Vergleich dennoch gering

Bundesweit stieg die Zahl der vorgemerkten Jobsuchenden um 11,6 Prozent auf 286.363 Personen. Dazu kommen noch 64.950 Teilnehmer an Schulungsangeboten des AMS.
Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition beträgt somit 7,3 Prozent, nach internationaler Berechnung 5,0 Prozent.

Österreich habe damit, so Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SP), wie seit Jahren die geringste Arbeitslosigkeit in Europa. Sie sei weniger als halb so hoch wie der EU-Durchschnitt.